Schweißarbeit eines Auszubildenden (Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa)

Mehr Ausbildungsverträge, trotzdem viele Stellen offen

  18.09.2019 | 05:00 Uhr

Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist im Saarland weiter gestiegen. Das geht aus dem „Ländermonitor“ der Bertelsmann-Stiftung hervor. Trotzdem finden Betriebe und Jugendliche wegen unterschiedlicher Erwartungen häufig nicht zusammen.

Für mehr als die Hälfte (57,5 Prozent) der unbesetzten Stellen im Saarland gibt es Jugendliche, die grundsätzlich an dem Beruf interessiert sind. Ein Vertragsabschluss scheitert aber daran, dass der Jugendliche die Ausbildung im konkreten Betrieb nicht für attraktiv erachtet oder dass umgekehrt der Betrieb den Bewerber für ungeeignet hält.

Besonders in Verkaufsberufen und bei medizinischen Fachangestellten sei das der Fall. Hier raten die Macher der Studie dazu, mithilfe von Betriebspraktika Brücken zu bauen. Insgesamt stieg die Zahl der Ausbildungsverträge im Saarland von 4.956 im Jahr 2017 auf 5.974 im Jahr 2018.

Bewerber und Betrieb finden nicht zusammen

In den übrigen Fällen (42,5 Prozent) passen die Berufswünsche der Jugendlichen und die angebotenen Ausbildungsplätze nicht zusammen. So gibt es bei den Metallberufen deutlich mehr Bewerber als Ausbildungsplätze, während etwa im Hotel- und Gaststättengewerbe Nachwuchsmangel herrscht. Der Trend bei leistungsstärkeren Jugendlichen, zu studieren statt eine Ausbildung zu machen, setzt sich ungebrochen fort.

Im Saarland kommen rein rechnerisch 102 offene Ausbildungsstellen auf 100 Bewerber. Bundesweit sind es nur 96,6 Stellen. Wer eine gute Ausbildung absolviert, hat sehr gute Chancen, übernommen zu werden. 2017 wurden im Saarland 81 Prozent der Ausbildungsabsolventen von „ihrem“ Betrieb im Anschluss übernommen – sieben Prozentpunkte mehr als im Bundesdurchschnitt. In keinem anderen Bundesland haben Absolventen bessere Chancen auf eine direkte Übernahme.

Schutz gegen Arbeitslosigkeit

Auch ist eine abgeschlossene Berufsausbildung der beste Schutz gegen Arbeitslosigkeit. Während 2017 die Arbeitslosenquote bei Menschen ohne Berufsausbildung bei 18,7 Prozent lag, waren nur 3,8 Prozent mit einer betrieblichen oder schulischen Ausbildung ohne Job. Unter den Menschen mit akademischer Ausbildung waren es sogar nur 2,5 Prozent.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 18.09.2019 berichtet.

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