Eine Frau hält Tabletten in Ihren Händen, im Hintergrund liegen weitere Blister mit verschiedenen Medikamenten.  (Foto: IMAGO / Fotostand / K. Schmitt)

Antidepressiva werden immer häufiger verschrieben

  16.09.2022 | 12:30 Uhr

Im Saarland sind in den vergangenen Jahren zunehmend mehr Antidepressiva verordnet worden. Einen deutlichen Sprung gab es laut der Krankenkasse IKK Südwest im vergangenen Pandemie-Jahr. Alarmierend sei zudem der Anstieg bei Kindern und jungen Menschen.

Schon seit Jahren steigt die Zahl der Antidepressiva-Verordnung an. Im vergangenen Jahr habe es aber noch einmal einen deutlichen Sprung gegeben, teilte die Krankenkasse IKK Südwest am Freitag mit.

So seien unter ihren Versicherten im Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen 2500 mehr Packungen verordnet worden als im Jahr zuvor. "Nie zuvor wurden mehr Versicherte der IKK Südwest mit depressiven Erkrankungen medikamentös behandelt", sagte IKK-Vorstand Jörg Loth.

Alarmierender Anstieg bei jungen Menschen

Alarmierend sei dabei der rasante Anstieg bei Kindern und Jugendlichen. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre habe sich die Zahl der Verordnungen bei Kindern und jungen Menschen unter 24 Jahren mehr als verdoppelt.

"Unsere Analyse zeigt, dass diese Entwicklung durchaus, aber nicht ausschließlich, ein Produkt der Pandemie sein kann", so Loth. Er fordert, dass die Forschung zu den Ursachen weiter ausgebaut wird.

Medikamente nicht eigenmächtig absetzen

Die IKK Südwest betont noch einmal, wie wichtig es bei Antidepressiva sei, die vom Arzt vorgegebene Dosierung einzuhalten - aber auch die Medikamente nicht eigenmächtig abzusetzen.

Mehr Informationen zu den verschiedenen Typen von Antidepressiva, der Wirkweise aber auch möglichen Nebenwirkungen gibt es unter gesundheitsinformation.de.

Über dieses Thema hat auch die Sendung "UNSERDING Mittag" am 16.09.2022 berichtet.

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