Eine Maske liegt im Unterricht auf Unterlagen, während im Hintergrund Schülerinnen und Schüler zu sehen. (Foto: picture alliance/dpa | Matthias Balk)

Wieder Masken an Schulen

  17.11.2021 | 17:52 Uhr

Das Bildungsministerium empfiehlt, ab sofort wieder an allen Schulen im Saarland eine Maske zu tragen. Das gilt auch für den Unterricht. Mit der anstehenden Änderung der Coronaverordnung soll aus der Empfehlung eine Pflicht werden. Lehrerverband und Gewerkschaft fordern weitere Maßnahmen.

Angesichts der rasant ansteigenden Zahl von Coronafällen und entsprechenden Quarantäne-Anordnungen an Schulen hat das saarländische Bildungsministerium eine dringende Empfehlung ausgesprochen, künftig an den Schulen wieder medizinische Masken zu tragen.

"Diese Empfehlung bezieht sich sowohl auf das gesamte Schulgebäude als auch auf den Unterricht und die Betreuung", teilte das Bildungsministerium am Dienstag nach einer entsprechenden Verständigung im Ministerrat mit. Die Empfehlung gelte auch für den Sport- und Musikunterricht. Nur im Freien könne auf die Maske verzichtet werden.

Video [aktueller bericht, 16.11.2021, Länge 4:01 Min.]
Verschärfte Corona-Maßnahmen in Aussicht

Aus Empfehlung soll Maskenpflicht werden

"Die dringende Empfehlung zum Tragen einer Maske in der Schule werden wir bei der anstehenden Überarbeitung der Corona-Verordnung in eine allgemeine Maskenpflicht in den Schulen überführen", sagte Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD). "Ich hätte es mir anders gewünscht, aber die Entwicklung lässt uns keine Wahl."

Der Ministerrat hat sich am Dienstag lediglich auf Eckpunkte verständigt, eine neue Rechtsverordnung wird es wohl erst nach den diese Woche noch anstehenden Beratungen auf Bundesebene geben.

„Schulschließung von innen“ durch Quarantäne

Das Bildungsministerium verweist darauf, dass durch die zahlreichen Quarantäne-Anordnungen aktuell "Schulschließungen von innen" drohten. Die Zahlen seien so hoch, dass die Gesundheitsämter kaum noch hinterherkämen.

Kinder und Jugendliche sind vom aktuellen Infektionsgeschehen am stärksten betroffen. Die Inzidenzen in den jüngeren Altersgruppen stiegen in der vergangenen Woche auf die höchsten Werte seit Beginn der Pandemie.

Ministerin wütend auf Impfgegner

„Es sind einfach zu wenig erwachsene Menschen geimpft, und die vierte Welle schlägt deswegen mit voller Kraft zu. Das können wir an unseren Schulen ablesen“, so Streichert-Clivot.

Wütend machen die Ministerin Impfgegner und Corona-Skeptiker. „Ich bin einfach sauer, dass es immer noch Menschen gibt in dieser Gesellschaft, die glauben, mit ihrer Impfverweigerung tatsächlich auch auf der sicheren Seite zu stehen.“

Kinder und Jugendliche, so Streichert-Clivot diskutierten in der Regel nicht mehr über den Sinn und die Notwendigkeit der Maßnahmen. „Diskutieren, das machen diejenigen, die generell nichts von den Maßnahmen halten und die damit tagtäglich auch ihre unsolidarische Haltung zum Ausdruck bringen. Und sowas macht mich wirklich wütend.“

Auch Geimpfte und Genesene sollten sich testen lassen

Die Tests an den Schulen werden fortgeführt. Das Ministerium empfiehlt auch Geimpften und Genesenen, sich an den Tests zu beteiligen, da auch sie eine Corona-Infektion weitergeben könnten.

Strenge Regeln für Veranstaltungen

Schulische Veranstaltungen sollten laut Ministerium vorzugsweise wieder online stattfinden - oder, wenn möglich, ganz abgesagt werden, insbesondere wenn externe Personen involviert sind. Sollten sie dennoch stattfinden, gilt für Innenräume eine 2G-Regel und Maskenpflicht. Im Außenbereich kann auf die Maske verzichtet werden, es gilt aber die 3G-Regel.

Schulfahrten mit Übernachtung sind weiterhin erlaubt, es sollte jedoch sorgfältig überlegt werden, ob sie wirklich stattfinden müssen.

SLLV fordert Boosterimpfungen

Der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV) begrüßt eine Wiedereinführung der Masken in den Schulen. Es sei „die einzig richtige Reaktion auf die steigenden Fallzahlen in den Schulen und im gesamten Bundesland“, sagte die Vorsitzende des Verbandes Lisa Brausch.

Der SLLV geht jedoch davon aus, dass die Masken alleine nicht ausreichen werden, um das Infektionsgeschehen an den Schulen einzudämmen. Ein Problem sei auch, dass Lehrkräfte an mehreren Schulstandorten oder in der Kooperation mit Kindergärten eingesetzt seien.

„Wir müssen es unbedingt vermeiden, dass Infektionen aus der einen Einrichtung in eine andere getragen werden“, so Brausch. Der SLLV spricht sich zudem für niedrigschwellige Angebote für Boosterimpfungen für Lehrkräfte aus.

Gewerkschaft fordert Testpflicht für alle

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert weitere Corona-Schutzmaßnahmen an den saarländischen Schulen. Die Landesvorsitzende Birgit Jenni begrüßte die geplante Maskenpflicht.

Ihrer Ansicht nach reicht diese Maßnahme aber längst nicht aus. Jenni plädiert dafür, mindestens zweimal in der Woche alle zu testen - auch die Geimpften und Genesenen. Außerdem müsse es schulnahe Impfangebote für Schüler geben und auch Booster-Impfungen für Lehrkräfte.

Die GEW-Landesvorsitzende betonte, die Schließung von Bildungseinrichtungen müsse unbedingt vermieden werden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 16.11.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja