Krankenhäuser im Saarland: Marienhausklinik in Ottweiler (Foto: Pasquale D’Angiolillo)

"Wirtschaftlicher Druck" Grund für geplante Klinik-Schließung

Carolin Dylla   04.03.2020 | 13:31 Uhr

Die Schließung des Krankenhauses Ottweiler ist offenbar nur noch Formsache. Das gab die Geschäftsleitung der Marienhaus GmbH nach einer Sitzung des Gesundheitsausschusses im Landtag bekannt. Das endgültige Konzept werde bis Ende März erarbeitet.

Auch wenn Heinz-Jürgen Scheid von der Marienhaus-GmbH das ziemlich verklausuliert ausdrückte, scheint nach der Sitzung des Gesundheitsausschusses am Mittwoch klar: Geht es nach der Trägergesellschaft, soll der Standort Ottweiler geschlossen werden.

Video [aktueller bericht, 04.03.2020, Länge: 3:50 Min.]
Marienhausklinik in Ottweiler vor der Schließung

Dass diese Entscheidung schon öffentlich bekannt wurde, nannte Scheid kontraproduktiv – denn an den genauen Plänen für Baumaßnahmen, für das medizinische Konzept und auch für nötige Investitionen werde noch gearbeitet. Nach wie vor sichert die Trägergesellschaft zu, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird.

"Aus Wadern nichts gelernt"

"Wirtschaftlicher Druck" Grund für geplante Klinik-Schließung in Ottweiler
Audio [SR 3, Carolin Dylla, 04.03.2020, Länge: 03:13 Min.]
"Wirtschaftlicher Druck" Grund für geplante Klinik-Schließung in Ottweiler

Als Grund für die Entscheidung nannte Scheid vor allem den wirtschaftlichen Druck durch bundespolitische Vorgaben. Scharfe Kritik von allen Parteien gab es an der Informationspolitik der Marienhaus-GmbH. Man habe aus Wadern nichts gelernt, so Hermann-Josef Scharf von der CDU.

Zwar habe der Träger auch auf konkrete Nachfrage keine genauen Zahlen zur wirtschaftlichen Situation des Standortes Ottweiler vorgelegt, so Scharf, aber wenigstens zum ersten Mal klare Worte für die generelle Notlage kleiner Krankenhausbetreiber gefunden.

Kritik am Krankenhausplan

Der Ausschuss-Vorsitzende Magnus Jung von der SPD forderte die Marienhaus-GmbH auf, nun schnell ein Konzept für die Nachnutzung vorzulegen. Aus Sicht der Linken-Abgeordneten Astrid Schramm zeige das Beispiel Ottweiler, dass sich der Krankenhausplan der Landesregierung als solcher erledigt hat und neu diskutiert werden muss.

Rudolf Müller von der AfD äußerte Verständnis für die Kritik der Trägergesellschaft am wirtschaftlichen Druck. Die entsprechenden Vorgaben aus Berlin seien „unvernünftig“.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 04.03.2020 berichtet.

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