Stillgelegte Rosseltalbahn. Im Bild der Abschnitt an der Grube Velsen.  (Foto: IMAGO / BeckerBredel)

Studie zur Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken läuft

  13.06.2022 | 08:29 Uhr

Seit Anfang des Jahres läuft eine Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung von insgesamt fünf ehemaligen Bahnstrecken im Saarland. Aber selbst wenn die Studie zu einem positiven Ergebnis kommt - bis auf einem der stillgelegten Gleisen tatsächlich wieder Züge rollen, könnte es bis zum Ende des Jahrzehntes dauern.

Im Januar hat die detaillierte Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken im Saarland begonnen. Zunächst wurden alle Strecken begangen, im März folgte ein Informationstermin mit allen betroffenen Kommunen, teilte das zuständige Umwelt- und Mobilitätsministerium dem SR mit.

Insgesamt stehen fünf frühere Bahnstrecken im Fokus:

  • Rosseltalbahn (Saarbrücken - Fürstenhausen – Großrosseln)
  • Bisttalbahn (Überherrn - Fürstenhausen/Bahnhof Völklingen)
  • Primstalbahn (Dillingen/Saarlouis - Schmelz - Wadern)
  • Bliestalbahn (Homburg - Blieskastel)
  • ehemalige Merzig-Büschfelder Eisenbahn (Merzig - Losheim)

90-prozentige Förderung des Bundes in Aussicht

Für diese Bahnstrecken hatten frühere Untersuchungen ergeben, dass der volkswirtschaftliche Nutzen die Kosten für eine Reaktivierung übersteigen könnte. Um aber an die Fördermittel des Bundes von bis zu 90 Prozent zu kommen, muss dieser positive Kosten-Nutzen-Effekt durch die nun angelaufene detaillierte Studie belegt werden.

Die Machbarkeitsstudie war vergangenes Jahr europaweit ausgeschrieben worden. Den Zuschlag erhielt laut Ministerium die Bietergemeinschaft Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH / SMA Deutschland GmbH / ZIV – Zentrum für integrierte Verkehrssysteme GmbH.

Studienergebnisse Mitte 2023 erwartet

Das Ministerium rechnet Mitte 2023 mit Ergebnissen der aktuellen Untersuchungen. Sollte das Ergebnis für einzelne oder sogar alle Strecken positiv ausfallen, dürfte es dennoch mehrere Jahre dauern, bis sie wieder in Betrieb genommen werden können.

So muss laut Ministerium die Finanzierung sichergestellt werden, anschließend muss unter anderem ein Planfeststellungsverfahren durchlaufen werden, das im "besten Fall" ca. zwei Jahre andauert. Und für die eigentlichen Bauarbeiten rechnet das Ministerium dann noch einmal mit mindestens zwei Jahren.

Erste Züge rollen frühestens Ende des Jahrzehntes

"Insgesamt ist für die Reaktivierung einer Bahnstrecke mit einem Zeitraum von fünf bis zehn Jahren zu rechnen", heißt es aus dem Ministerium. Das bedeutet: Wenn überhaupt, dann dürften wohl frühestens Ende des Jahrzehnts wieder regelmäßig Züge auf den ehemaligen Bahnstrecken rollen.

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