Polizisten an der saarländischen Grenze (Foto: SR)

Sorge um Infektionsgeschehen in Luxemburg

Bettina Rau / Onlinefassung: Axel Wagner   13.07.2020 | 20:06 Uhr

Die steigenden Corona-Infektionszahlen im Großherzogtum Luxemburg sorgen europaweit für Besorgnis. Einige Länder wie Dänemark und Finnland haben schon Quarantänemaßnahmen angekündigt. Im Saarland wird – zumindest bislang – noch nicht gehandelt.

Die Zahl der Neuinfektionen ist nach Angaben des Luxemburger Gesundheitsministeriums in den letzten Tagen wieder gestiegen. Am Donnerstag vergangener Woche wurden 44 neue Fälle registriert, am Freitag 65, am Samstag sogar 83. Am Sonntag ging die Zahl der Neuinfektionen auf 31 zurück, was das Ministerium allerdings damit begründet, dass sonntags weniger getestet wird. Insgesamt gibt es bislang fast 5000 Infizierte und 111 Tote im Großherzogtum.

Coronainfizierungen in Luxemburg steigen an (13.07.2020)
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 13.07.2020, Länge: 06:23 Min.]
Coronainfizierungen in Luxemburg steigen an (13.07.2020)

Staatskanzlei setzt auf Luxemburger Regeln

In der saarländischen Staatskanzlei erhofft man sich durch verschärfte Regeln, die bei den Nachbarn seit dem 1. Juli gelten, eine Senkung der Zahlen vor Ort. Luxemburg sei kein Risikogebiet. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) erklärte aber, sollte Luxemburg als Risikogebiet eingestuft werden, seien Quarantänemaßnahmen für Ein- und Rückreisende geregelt. „Außerdem werden wir dazu mit unseren Freunden aus Luxemburg in Kontakt bleiben.“

Die Einstufung als Risikogebiet erfolge durch die Bundesministerien für Gesundheit und Inneres sowie das Auswärtige Amt. Auch die Bundespolizei gibt Entwarnung. „Dadurch, dass bei uns die Zahlen im einstelligen Bereich liegen, schon seit mehreren Tagen, ist es derzeit nicht angedacht, bei uns Grenzkontrollen einzuführen“, sagte Karsten Eberhardt, Sprecher der Bundespolizei. „Was die Kollegen in Luxemburg machen, bleibt den Luxemburgern überlassen.“

Mulmiges Gefühl

Bei den grenznahen Tankstellen wie in Schengen bleibt die Kundschaft nicht aus. Nach wie vor werden Vorräte angelegt, und es wird günstig getankt. Länger aufhalten will sich hier allerdings niemand, es geht für die meisten schnell wieder weiter.

Hygieneregeln werden an Tankstellen zwar groß geschrieben, ein mulmiges Gefühl haben hier trotzdem einige – allerdings nicht nur wegen der Lage im Großherzogtum. Die Unvernunft einiger junger Leute, Berichte von Partys auf der Urlaubsinsel Mallorca und in Großstädten sorgen für Stirnrunzeln.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ vom 13.07.2020 berichtet.

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