Xavier Bettel, Premierminister von Luxemburg (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Johanna Geron)

Plagiatsvorwürfe gegen Premier Bettel

  27.10.2021 | 14:44 Uhr

Luxemburgs Premierminister Bettel soll große Teile seiner Uni-Abschlussarbeit abgeschrieben haben. Bettel reagierte am Mittwoch auf die Vorwürfe, wies sie jedoch nicht zurück.

Das Luxemburger Recherchenetzwerk „Reporter.lu“ hat die Uni-Abschlussarbeit von Premierminister Xavier Bettel untersucht und dabei festgestellt, dass weite Teile der Arbeit plagiiert sind. Zahlreiche Passagen seien abgeschrieben, es gebe nicht eine einzige Quellenangabe.

Nur auf zwei Seiten keine Plagiate

Bettel hatte seine Abhandlung „Vers une réforme possible des modes de scrutin aux élections du Parlement Européen?“ über eine Reform des Wahlsystems zu den Europawahlen 1999 an der damaligen Université de Nancy II (heute Université de Lorraine) verfasst. Dort hatte er öffentliches Recht und Politikwissenschaft studiert.

Diese soll dem Bericht zufolge nicht den üblichen akademischen Anforderungen gerecht werden. Nur auf zwei der 56 Seiten seien keine plagiierten Textstellen gefunden worden, heißt es. Von seitenlangen abgeschriebenen Passagen ist die Rede.

Bettel will Uni-Prüfung abwarten

„Aus heutiger Sicht erkenne ich, dass man es hätte anders machen sollen, ja vielleicht anders machen müssen“, sagte Bettel dazu der Deutschen Pesse-Agentur. „Meiner Erinnerung nach habe ich dies damals nach bestem Wissen und Gewissen getan.“

Ob seine Arbeit den Kriterien der damaligen Zeit entspricht, will Bettel der Universität überlassen. „Sollte dies nicht der Fall sein, akzeptiere ich natürlich eine entsprechende Entscheidung.“

Über dieses Thema berichtete SR 1 in Stand der Dinge am 28.10.2021.

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