Der Landesvorsitzende der Linken im Saarland Thomas Lutze (Foto: picture alliance/dpa | Oliver Dietze)

Lutze zum Spitzenkandidaten der Saar-Linken gewählt

mit Informationen von Carolin Dylla   06.06.2021 | 17:36 Uhr

Thomas Lutze ist Spitzenkandidat der Saar-Linken für die Bundestagswahl. Der Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete wurde am Sonntagnachmittag bei einer Mitgliederversammlung in Neunkirchen gewählt.

Thomas Lutze erhielt bei der Kür des Spitzenkandidaten der saarländischen Linken für die Bundestagswahl 199 von 358 gültigen abgegebenen Stimmen, das entspricht einem Anteil von rund 56 Prozent. Gegenkandidat Dennis Lander kam auf 150 Stimmen, rund 42 Prozent.

Für Lutze war nach der Abstimmung klar, dass mit seiner Wahl auf Listenplatz 1 der seit Langem schwelende Streit in der Linken keinesfalls beendet ist. Die Gräben könne er nicht schließen, da sei er Realist, sagte Lutze. Er lade aber alle Mitglieder der Saar-Linken ein, sich am Bundestagswahlkampf zu beteiligen.

Video [aktueller bericht, 06.06.2021, Länge: 4:09 Min.]
Saar-Linke: Lutze zum Spitzenkandidaten gewählt

Achtungserfolg für Lander

Lutzes Herausforderer Lander, der von Fraktionschef Oskar Lafontaine unterstützt wurde, erzielte einen deutlichen Achtungserfolg. Der Landtagsabgeordnete sieht sich nach eigenen Angaben aber eher als Kandidat der Linksjugend Solid. Lander war nach eigenen Worten gegen Lutze angetreten, um einen Neuanfang im zerstrittenen Landesverband möglich zu machen.

Die Redebeiträge der Mitglieder nach der Vorstellung der Kandidaten waren hitzig und geprägt von schweren gegenseitigen Vorwürfen der beiden Lager um den Landesvorsitzenden Thomas Lutze und den Chef der Landtagsfraktion Oskar Lafontaine. Lafontaine griff Lutze nach der Wahl in einer schriftlichen Stellungnahme hart an. Gegen das System manipulierter Mitgliederlisten hätten normale Mitglieder keine Chance, so weiterhin der Vorwurf des Fraktionschefs.

Niederlage für Lafontaine

Die erneute Wahl von Lutze auf Listenplatz 1 kann durchaus als politische Niederlage für Lafontaine gewertet werden. Lafontaine hatte Lutze im Vorfeld gedrängt, nicht wieder für Platz Eins auf der Landesliste für die Bundestagswahl zu kandidieren, da gegen ihn Ermittlungen wegen Urkundenfälschung laufen. Der Landesvorstand der Linken wiederum wollte Lafontaine und die Landtagsabgeordnete Astrid Schramm dazu bewegen, ihre Mandate niederzulegen und aus der Partei auszutreten.

Linke nominiert Lutze: Showdown im Ellenfeld
Audio [SR 3, (c) SR Jan Henrich, 07.06.2021, Länge: 03:01 Min.]
Linke nominiert Lutze: Showdown im Ellenfeld

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 06.06.2021 berichtet.

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja