Bauarbeiten im Ludwigsparkstadion, Saarbrücken. (Foto: SR)

Der Umbau des Ludwigsparks - die wichtigsten Ereignisse

  14.02.2019 | 17:20 Uhr

Vor rund sechs Jahren fiel die Entscheidung für einen Umbau des Ludwigsparkstadions. Seitdem kommt das Stadion nicht mehr aus den Schlagzeilen. Immer wieder verzögerten sich die Bauarbeiten, die Kosten schnellten in die Höhe. Wir haben eine kurze Chronik der wichtigsten Ereignisse.


Kein Neubau - nur Umbau


Januar 2013

Die Landesregierung und die Stadt Saarbrücken geben bekannt: Es wird kein neues Stadion gebaut, stattdessen soll der Ludwigspark nur einer Sanierung unterzogen werden. Grund: Der Zwischenbericht einer Machbarkeitsstudie für einen Neubau geht von rund 40 Millionen Euro an Kosten aus. Das sei zu teuer. Deshalb entscheidet man sich für Umbaumaßnahmen im Rahmen eines geplanten Budgets von 28 Millionen Euro.


Maximal 16 Millionen Euro


Februar 2013:

Die komplette Studie zum Stadionumbau wird vorgelegt. Demnach soll der Umbau des Saarbrücker Ludwigsparkstadions nicht mehr als 15 Millionen Euro kosten. Von dem veranschlagten Umbaubudget sollen das Land 10 Millionen Euro und die Stadt Saarbrücken fünf Millionen Euro tragen. Bis Ende 2014 soll das Stadion umgebaut sein.

September 2013:

Die Sanierung des Ludwigsparkstadions beginnt. Zunächst wird das Dach der Gegentribüne saniert. Das erfolgt im laufenden Spielbetrieb.

Februar 2014:

Eine gemeinsame Stadiongesellschaft von Stadt und Land ist gegründet worden. Man verkündet: Alles liegt voll im Plan. Die Planungen sollen bis Jahresende abgeschlossen sein. Insgesamt wollen Stadt und Land 16 Millionen Euro in den neuen Ludwigspark investieren. Der Umbau zu einem Stadion mit einem Fassungsvermögen von rund 18.000 Zuschauern soll bis 2016 abgeschlossen sein.

Oktober 2014:

Die Ausschreibung und einige Konzeptänderungen wurden in der Aufsichtsratssitzung des 1. FC Saarbrücken beschlossen. Im Februar 2015 sollen die Bagger im Ludwigspark endgültig rollen. Das verabschiedete Budget von etwa 15,5 Millionen Euro bleibt.

Februar 2015:

Die Rodungsarbeiten beginnen. Etwa 80 Bäume werden gefällt, um den anstehenden Umbau vorzubereiten.

Juli 2015:

Jetzt heißt es: Erst im Januar 2016 sollen die Bauarbeiten in und um das Stadion beginnen. Im Oktober soll der Bauantrag gestellt werden, anschließend die Ausschreibungen für das Projekt erfolgen. Der finanzielle Rahmen in Höhe von 16 Millionen Euro könne dabei eingehalten werden, erklären die Verantwortlichen auf einer Pressekonferenz.


Kostensprung auf 20 Millionen Euro


Januar 2016

Der Umbau wird teuer geplant. Stadt und Land veranschlagen für die Sanierung nun 20 statt wie bisher 16 Millionen Euro. Gründe für die Mehrkosten sind ein geändertes Sicherheitskonzept, weitere Brandschutzvorkehrungen und zusätzliche Kanal- und Elektroarbeiten im Umfeld des Stadions. Das Land signalisiert, die Mehrkosten von vier Millionen Euro zu übernehmen.

Ende Januar 2016

Um den Umbau vorzubereiten, werden im südlichen und nördlichen Stadionbereich Rodungsarbeiten durchgeführt. Rund 100 Bäume werden gefällt. Im April soll das Stadion zur Großbaustelle werden. Zur Saison 2018/2019 soll im neuen Ludwigspark wieder Fußball gespielt werden, heißt es.

Ende Mai 2016

Im Ludwigsparkstadion beginnen die Abrissarbeiten. Zunächst entfernen Bauarbeiter das Marathontor und die Fahnenmasten. Die Bauarbeiten sollen Mitte 2018 komplett abgeschlossen sein.


Kostensprung auf 28 Millionen Euro


Februar 2017

Der Umbau wird noch teurer als bisher angenommen. Der Baudezernent der Stadt Saarbrücken rechnet mit acht Millionen Euro Mehrkosten. Als Hauptgrund für die neuerliche Kostensteigerung werden die anhaltend gute Baukonjunktur und den dadurch geringen Wettbewerbsdruck in der Branche angeführt. Nun werden es vermutlich insgesamt 28 Millionen Euro.

März 2017

Der Umbau des Saarbrücker Ludwigsparkstadions soll neu ausgeschrieben werden und das jetzige Vergabeverfahren gestoppt werden. Mit einer neuen Ausschreibung wird sich die Fertigstellung des Ludwigspark-Stadions auf unbestimmte Zeit verzögern, die Rede ist vom Jahr 2019. Der Landesrechnungshof hegt erstmals Zweifel daran, wie solide die ersten Berechnungen wirklich waren.

Juni 2017

Die Landesregierung stimmt einem Sonderkredit zu, der nötig ist, um die Finanzierungslücke in Höhe von acht Millionen Euro zu schließen.

September 2017

Der Ludwigspark soll erst im August 2020 fertig sein. Erst im August 2018 sollen die Bagger wieder rollen.

August 2018

Der Grundstein für das neue Hauptgebäude des Ludwigsparkstadions ist gelegt worden. Im Frühjahr 2020 soll der Stadionumbau abgeschlossen sein und wieder Fußball gespielt werden.

September 2018

Bei der europaweiten Ausschreibung des Tribünenbaus war nur ein Angebot eingegangen. Dieses Angebot lag allerdings deutlich über dem kalkulierten Preis. Preisverhandlungen mit dem Anbieter haben ein Ergebnis gebracht, doch nun wird klar: Die Gesamtkosten des Stadionneubaus werden die bisher gesetzte Obergrenze von 28 Millionen um etwa 1,5 Millionen Euro übersteigen. Diese Mehrkosten sollen nun bei anderen Gewerken zumindest teilweise eingespart werden.

Oktober 2018

Der Stadtrat hat mit großer Mehrheit der Vergabe des Auftrags für den Tribünenbau zugestimmt. Nun ist erstmals die Rede von Baukosten von rund 30 Millionen Euro.


Kostensprung auf 34 Millionen Euro


Januar 2019

Die Kosten für den Neubau des Saarbrücker Ludwigsparkstadions schnellen um weitere vier Millionen auf 34 Millionen Euro in die Höhe. Der Baudezernent Heiko Lukas begründet die Kostensteigerung erneut mit der Lage am Baumarkt. Aufgrund des anhaltenden Baubooms verlangten die Firmen höhere Preise. Bei den noch ausstehenden Gewerken wie dem Bau der Dächer und der Außenanlagen werde deshalb mit Mehrkosten gerechnet.


Kostensprung auf 38 Millionen Euro


Februar 2019

Einen Monat später wird bekannt: Die Stadt Saarbrücken geht inzwischen von Kosten in Höhe von 38 Millionen Euro aus. Bisher waren lediglich 34 Millionen genannt worden. Bürgermeister Ralf Latz, sagt, in den 38 Millionen sei der Einbau einer Rasenheizung enthalten, den man zunächst zurückgestellt hatte. Latz nannte auch einen neuen Fertigstellungstermin: Mai 2020.

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