Die Bauarbeiten am Ludwigsparkstadion (Foto: Alexander M. Groß/SR)

Stadt legt Konzept für Ludwigspark vor

Axel Wagner / mit Informationen von Volker Roth   19.02.2019 | 06:43 Uhr

Heute befasst sich der Saarbrücker Stadtrat in einer Sondersitzung erneut mit der Finanzierungslücke beim Umbau des Ludwigsparkstadions. Für einen Sonderkredit hatte es letzte Woche keine Mehrheit gegeben. Jetzt werden Gelder im Haushalt umgeschichtet.

Vor einer Woche hatte die Stadt bekanntgegeben, dass der Ludwigspark-Umbau mit 38 Millionen Euro deutlich teurer wird als geplant. In der Finanzierung klafft damit eine Lücke von zehn Millionen Euro. In Beratungen hat sich die Stadt mit dem Innenministerium auf ein Finanzierungskonzept geeinigt, das ohne einen Sonderkredit auskommt. Das Konzept, über das der Stadtrat am Dienstag abstimmt, sieht folgende Maßnahmen vor:

  • Der Großteil des Geldes, rund vier Millionen Euro, soll aus dem Verkauf des Messegeländes kommen. Da der Verkauf gerade erst über die Bühne gegangen ist, waren die Mittel noch nicht im Haushalt verplant, so der Pressesprecher der Landeshauptstadt, Thomas Blug, gegenüber dem SR.
  • Bislang waren 700.000 Euro für das Projekt „Grundschulen ans Netz“ vorgesehen. Diese sollen jetzt aus einem anderen Programm mit einer hohen Förderung kommen.
  • Durch Verschiebung von Bauarbeiten an der Luisenbrücke (1,35 Mio. Euro) und am Fernbusbahnhof (250.000 Euro) wird ebenfalls Geld frei. Der Brückenumbau hätte ohnehin nicht mehr in diesem Jahr stattfinden können, erklärt Blug, da zuerst der Umbau der Gersweiler Brücke und dann der nächste Bauabschnitt der Westspange anstehen. Der Umbau der Luisenbrücke soll wohl erst 2021 kommen und muss dann neu finanziert werden. Ebenso sieht es mit den restlichen Posten aus.
  • 800.000 Euro kommen vom Gebäudemanagementbetrieb der Landeshauptstadt (GMS) als Rückzahlung nicht benötigter Zuschüsse für die Grundschule Eschberg. Für das ursprünglich geplante Projekt wurde in der Vergangenheit eine andere Lösung gefunden.
  • Für Arbeiten an der Schließanlage im Rathaus St. Johann waren 100.000 Euro eingeplant.
  • 800.000 Euro waren für den Ankauf von Grundstücken vorgesehen, die später gekauft werden sollen.
  • Weitere zwei der insgesamt benötigten zehn Millionen Euro werden vorerst zurückgestellt. Dieses Geld war für Maßnahmen zur späteren Vermarktung des Stadions vorgesehen. Dazu gehören nach den Worten von Bürgermeister Ralf Latz (SPD) unter anderem die VIP-Tribünen und die große Leinwand. „Es wird Sponsoren und Werbepartner geben, die dafür sorgen, dass aus den zwei Millionen nochmal ein Teil zurückfließt.“ Die Finanzierung soll noch vor der Sommerpause geklärt werden. Wenn hier noch eine Lücke bleibe, so Latz, „dann müssen wir nochmal mit dem Land verhandeln.“ Dafür sei auch schon Gesprächsbereitschaft signalisiert worden.

Zunächst gelte es aber, so Latz, alle Ausschreibungen auf den Weg zu bringen, um ein „spielfähiges“ Fußballstadion zu bekommen. Die Ausschreibungen sollen am Mittwoch rausgehen. Latz erwartet auch, dass die CDU dem jetzigen Konzept zustimmen wird. „Wenn dieser Beschluss gefasst wird, dann halten wir den Zeitplan, und dann wird’s auch nicht teurer.“

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 18.02.2019 berichtet.

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