Symbolbild: LSVS (Foto: SR / Felix Schneider)

Ausschuss bei Schuldfrage im LSVS-Skandal uneinig

Janek Böffel   08.03.2021 | 17:28 Uhr

Der saarländische Landtag hat den Abschlussbericht des U-Ausschusses zum Finanzskandal beim Landessportverband LSVS verabschiedet. Dabei kamen selbst die Fraktionen von CDU und SPD zu unterschiedlichen Bewertungen, wer die Verantwortung für das Finanzloch trägt, das sich am Ende auf bis zu 19 Millionen Euro summiert.

Zum Abschluss des LSVS-Untersuchungsausschusses nach rund drei Jahren und der teils mehrfachen Befragung von 44 Zeugen gab es zumindest bei der Frage, was passiert ist, Einigkeit zwischen CDU und SPD. Vor allem die hohen Aufwendungen für die Hermann-Neuberger-Sportschule hätten sich am Ende auf einen Multimillionen-Euro-Betrag summiert.

Video [aktueller bericht, 08.03.2021, Länge: 3:09 Min.]
Uneinigkeit über Schuldfrage beim LSVS-Skandal

Verantwortung für Defizit unklar

Bei der Schuldfrage kamen die Regierungsparteien jedoch zu unterschiedlichen Bewertungen. Nach Einschätzung des CDU-Abgeordneten Frank Wagner hat es zwar persönliche Verfehlungen gegeben. Das tatsächliche Defizit sei für Laien aber nicht erkennbar gewesen.

Die SPD sieht das zumindest in großen Teilen anders. Schon 2011 habe es klare Hinweise auf ein Defizit gegeben, so die parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion, Petra Berg. Der eigenmächtige Umgang mit den finanziellen Mitteln begünstigte die Verschleppung des Defizits, heißt es im SPD-Abschlussbericht. Es habe zudem parteipolitische Einflussnahme gegeben, so Berg, das habe die Staatsanwaltschaft bestätigt.

Video [aktueller bericht, 08.03.2021, Länge: 2:56 Min.]
Der Schaden für den Saar-Sport aus dem LSVS-Skandal

Aus der Opposition gab es noch deutlichere Kritik an den Verantwortlichen. Für die Linke steht fest, das Defizit hätte von Geschäftsführung und Präsidium erkannt werden müssen. Die Verantwortung hätten aber auch die jeweilig zuständigen Innenminister getragen, so der Geschäftsführer Jochen Flackus.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 08.03.2021 berichtet.

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