Markus Tressel (Grüne) (Foto: dpa)

"CDU und SPD verhindern LSVS-Neuanfang"

Kai Forst   25.04.2018 | 16:35 Uhr

Die saarländischen Grünen haben die Aufarbeitung des LSVS-Skandals durch die Regierungsparteien CDU und SPD scharf kritisiert. Grünen-Landeschef Tressel fand vor allem mit Blick auf den sogenannten „Lenkungsausschuss“, der aus Politikern beider Parteien besteht, klare Worte. Dieses Gremium sei "höchst problematisch" und verhindere den Neuanfang des Landessportverbandes.

Saar-Grünen-Chef Markus Tressel findet deutliche Worte. Diejenigen, die den LSVS mit parteipolitischer Vereinnahmung in die Bredouille gebracht hätten, würden jetzt den Neuanfang behindern. Konkret geht es Tressel um den Lenkungsausschuss, der nach Bekanntwerden des LSVS-Skandals eingesetzt worden war. Ihm gehören die Fraktionschefs Alexander Funk (CDU) und Stefan Pauluhn (SPD) sowie SPD-Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke und CDU-Innenstaatssekretär Christian Seel an.

Doch das sei, so Tressel, „höchst problematisch“, denn Laut LSVS-Gesetz unterliege der Landessportverband der Rechtsaufsicht der zuständigen obersten Landesbehörde, also dem Innenministerium. „Weder Partei-, Fraktions- oder Regierungsmitglieder anderer Ministerien haben hier etwas zu suchen, geschweige denn auf Entscheidungen der Rechtsaufsicht Einfluss zu nehmen“, sagte Tressel am Mittwoch.

"Pauluhn hat LSVS-Schecks überreicht"

Ebenso zweifelhaft findet der Grünen-Politiker die Tatsache, dass der Lenkungsausschuss offenbar sogar vom Sanierer exklusiv Einblick in sensible, datenschutzrechtlich bedenkliche Informationen erhalte. Diese dürften eigentlich nur dem Ministerium oder einem möglichen Untersuchungsausschuss mitgeteilt werden.Ein Neuanfang sei so schwer möglich, viel mehr mache man weiter wie bisher.

Scharfe Kritik richtet Tressel zudem an SPD-Politiker Pauluhn. „SPD-Fraktionschef Pauluhn nimmt nun unmittelbar im Lenkungsausschuss Einfluss, war aber sogar selbst beteiligt und hat LSVS-Schecks an Vereine überreicht. Der Sport soll ganz offensichtlich der Hinterhof der Großen Koalition bleiben.“

Eine echte Neuaufstellung des Landessportverbandes ist laut Tressel nur möglich, wenn der politische Einfluss stark minimiert wird. „CDU und SPD müssen der Rechtsaufsicht im Innenministerium und den Sanierer ihre Arbeit machen lassen.“ Nur so sei ein Neuanfang und eine Entpolitisierung des Landessportverbandes möglich.

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