Die Hermann Neuberger Sportschule in Saarbrücken (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

LSVS-Affäre: CDU und SPD sind uneins

mit Informationen von Christoph Grabenheinrich   11.09.2018 | 19:42 Uhr

Wer trägt die Hauptschuld am Finanzdebakel beim Landessportverband? Für die CDU liegt die Antwort auf der Hand: Der geschasste Hauptgeschäftsführer Paul Hans hat das Millionen-Defizit zu verantworten. Die SPD sieht das anders. Hans sei nur ein "Rädchen im Getriebe" gewesen.

Video [aktueller bericht, 11.09.2018, Länge: 3:13 Min.]
Untersuchungsausschuss zum LSVS

Für die CDU bleibt Paul Hans einer der Hauptverantwortlichen für das entstandene Millionen-Defizit. Der verweigerte am Dienstag als geladener Zeuge zwar die Aussage, dafür stand sein Namensvetter, der Wirtschaftsprüfer Peter Hans, Rede und Antwort. Seinen Vorgängern wirft er vor, das Defizit beim LSVS über Jahre verschleiert zu haben. Das belaste den einstigen Geschäftsführer Paul Hans, ist die CDU überzeugt. "Er hat von Steinzeitmethoden im Rechnungswesen gesprochen und dass extreme Fehler gemacht wurden in der Aufstellung der Prüfberichte", sagte der CDU-Abgeordnete Frank Wagner.

SPD sieht in Hans nur ein Rädchen im Getriebe

Video [aktueller bericht, 11.09.2018, Länge: 3:26 Min.]
Kollegengespräch mit SR-Reporter Christoph Grabenheinrich

Die SPD bewertet die Rolle von Ex-Geschäftsführer Paul Hans weniger kritisch, ist hingegen skeptisch was die Aussage seines Namensvetters angeht. Das seien persönliche Bewertungen, die nicht überprüft werden könnten, zudem widersprächen sie seinen eigenen Aussagen im Innenausschuss Anfang des Jahres. Paul Hans sei keinesfalls allein schuldig. "Paul Hans hier als Sündenbock abzustempeln, ist völlig falsch und wird der Sache nicht gerecht. Er war ein Rädchen im Getriebe, aber nicht der Motor", ist sich die SPD-Abgeordnete Petra Berg sicher.

Linke zweifelt Effizienz der Aufarbeitung an

Auch die Linke sieht den Schwarzen Peter nicht alleinig bei Pauls Hans. Die extreme finanzielle Schieflage hätte sowohl im LSVS-Präsidium, als auch bei der Rechtsaufsicht im Innenministerium auffallen müssen. Zudem sei es nicht nachvollziehbar, dass das Zahlenwerk beim LSVS nach Monaten immer noch nicht endgültig aufgearbeitet worden sei - und das trotz zahlreicher Wirtschaftsprüfer und Anwälte. Insgesamt belaufen sich die Kosten bislang auf bereits über eine Million Euro - teils öffentliche LSVS-Gelder, teils Steuergeld.

Dossier
Die Finanzaffäre beim LSVS
Der Landessportverband für das Saarland (LSVS) ist von einer Finanzaffäre betroffen. Seit Bekanntwerden im Dezember vergangenen Jahres dringen immer mehr Details an die Öffentlichkeit. Wir zeichnen die bisherige Entwicklung nach.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 11.09.2018

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