Fleischindustrie (Foto: SR)

Offenbar Corona-Bonus für Werkvertragsmitarbeiter

mit Informationen von Karin Mayer   11.09.2020 | 12:55 Uhr

Die Werkvertragsmitarbeiter in der Fleischindustrie haben offenbar doch keine Lohnerhöhung erhalten. Zwar berichteten Beschäftigte vor dem Werkstor von 400 Euro mehr im August. Dabei könnte es sich allerdings um einen Corona-Bonus handeln.

Offenbar wurde die Corona-Prämie gezahlt, weil es bisher keine Krankheitsfälle unter den Beschäftigten gab. Der Werkvertragsdienstleister Christian Daems sagte dem SR, eine Lohnerhöhung habe es, wie zunächst vom SR berichtet, nicht gegeben. Er zahle zwischen zehn und 13 Euro die Stunde an Mitarbeiter, die derzeit bei der Firma Bard im Einsatz sind.

Bei einem anderen Dienstleister aus dem Saarland werden weiterhin Mindestlöhne bezahlt. Die Gewerkschaft NGG und Beratungsstelle für Wanderarbeiter fordern Tarifverträge für die Beschäftigten. Deshalb haben sie in den frühen Morgenstunden Flugblätter vor dem Werkstor verteilt. Die Firma Schwamm hat sich bisher in der Sache nicht geäußert.

Neues Gesetz geplant

Die Bundesregierung plant, ab 2021 Werkverträge und Leiharbeit in der Fleischindustrie zu verbieten. Ab 1. Januar sollen Betriebe bei der Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung nicht mehr auf Fremdpersonal auf Basis von Werkverträgen setzen dürfen. Ab dem 1. April soll auch die Arbeitnehmerüberlassung in diesem Bereich verboten werden.

Einen Haken hat das geplante Gesetz aber: Die Regelung gilt nicht für Betriebe mit 49 oder weniger Beschäftigten. In diesem Zusammenhang hatte besonders die Entscheidung des unter anderem wegen seiner Werkverträge umstrittenen Fleischfabrikanten Tönnies, 15 Tochtergesellschaften für die Produktion zu gründen, für heftige Kritik gesorgt.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 11.09.2020 berichtet.

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