Eine Mitarbeiterin serviert ihren Gästen Speisen und trägt dabei einen Mundschutz (Foto: picture alliance/Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa)

Öffnungsperspektive für Gastronomie und Hotels

Daniel Weiland   24.05.2021 | 21:14 Uhr

Das Saarland hat ab Pfingstmontag erste Beschränkungen gelockert - und Ende Mai gibt es eine konkrete Öffnungsperspektive für die Gastronomie und die Tourismusbranche, wenn die Inzidenz stabil unter 100 liegt. Der Ministerrat hat die Änderungen beschlossen.

Das Saarland will Beschränkungen des öffentlichen Lebens im Zuge der Corona-Pandemie schrittweise wieder zurücknehmen. Das hatten Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) am vergangenen Donnerstag angekündigt. Am Tag darauf hatte der Ministerrat die geplanten Änderungen beschlossen.

Weitere Lockerungen der Corona-Regeln
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 20.05.2021, Länge: 02:37 Min.]
Weitere Lockerungen der Corona-Regeln

Voraussetzung für die Lockerungen ist, dass die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 100 liegt - außerdem bleiben flächendeckende Tests Teil der Strategie.

Die Pläne im Überblick:

Seit Pfingstmontag wieder möglich

für Personen mit negativem Test oder Impfnachweis und Genesene:

  • Besuche in Strandbädern und Freibädern
  • Freizeitmöglichkeiten im Freien, z.B. Kletterparks oder bspw. Besuche des Baumwipfelpfades bis zu einer Gruppengröße von zehn Personen
  • Musizieren und Gesang im Außenbereich (inkl. Proben von Chören und Orchestern im Freien, auch mit Blasinstrumenten)

Ebenfalls müssen nun Gottesdienste und Gebete mit mehr als zehn Teilnehmern nicht mehr bei der Ortspolizeibehörde angemeldet werden. Schutz- und Hygienemaßnahmen gelten aber weiterhin, ebenfalls bleibt die zulässige Personenzahl derart beschränkt, das Mindestabstände eingehalten werden können

Coronalockerungen im Saarland
Audio [SR 1, (c) SR, 24.05.2021, Länge: 00:42 Min.]
Coronalockerungen im Saarland


Ab dem 31. Mai wieder möglich:

für Personen mit negativem Test oder Impfnachweis und Genesene:

Gastronomie

  • Innengastronomie kann geöffnet werden. Tische müssen dafür reserviert werden, maximal zehn Personen am Tisch, jenseits des Sitzplatzes muss eine medizinische Maske getragen werden
  • Um "partyähnliche Situationen" zu vermeiden, dürfen von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr keine alkoholischen Getränke ausgeschenkt werden
  • Gastronomiebetriebe dürfen von morgens 6.00 Uhr bis 1.00 Uhr nachts öffnen

Tourismus

  • Übernachtungen in Hotels, Pensionen, Jugendherbergen und auf Campingplätzen zu touristischen Zwecken
  • Nutzung der üblichen Gastro-Angebote wie Frühstück
  • Voraussetzung dafür ist ein Hygienekonzept, es dürfen nicht mehr als 70 Prozent der Betten ausgelastet sein
  • Bei mehrtägigen Aufenthalten brauchen Gäste nur alle 48 Stunden einen negativen Schnelltest
  • Touristische Reisebusreisen und Schiffsreisen sind wieder erlaubt

Private Zusammenkünfte

Hier gilt weiterhin die bisherige Regel des Saarlandmodells, also:

  • Im Innenbereich weiterhin fünf Personen ohne Schnelltest
  • Im Außenbereich zehn Personen, dann ist allerdings ein negativer Schnelltest erforderlich, ausgenommen sind Geimpfte und Genesene

Die Schulen sollen nach den Pfingstferien in den vollen Präsenzbetrieb zurückkehren, wie bereits bekannt wurde.

Die Testpflicht im Einzelhandel bleibt vorerst bestehen.

Das Gesundheitsministerium hat zudem bei der Besuchsregelung für Pflegeheime klargestellt, dass eine Lockerung der Testpflicht für das Personal und die Bewohner nur dann gilt, wenn es in den Einrichtungen kein aktuelles Infektionsgeschehen gibt.

Landesregierung beschließt weitere Öffnungsschritte
Audio [SR 3, Carolin Dylla, 21.05.2021, Länge: 03:04 Min.]
Landesregierung beschließt weitere Öffnungsschritte


Sinkende Zahlen in der Region

"Hintergrund ist, dass nicht nur in Deutschland und im Saarland, sondern auch in Frankreich und Luxemburg sich die Lage erheblich entspannt hat", begründete Ministerpräsident Hans die Lockerungsperspektive: "Aller Voraussicht nach ist die dritte Welle gebrochen."

Dafür habe es einen "gewaltigen Kraftakt" gebraucht. Die Impfkampagne habe zu Beginn gestottert, inzwischen seien aber viele Menschen geimpft. Dazu gebe es im Saarland inzwischen umfangreiche Tests. Auch die Bundesnotbremse habe ihren Teil dazu beigetragen.

Grundrechte, keine "Belohnung"

Hans legte Wert darauf, dass die Öffnungsschritte nicht als "Belohnung" verstanden werden. Dass Einschränkungen von Grundrechten zurückgenommen werden, stehe den Bürgerinnen und Bürgern zu, wenn die Infektionslage das zulasse. Beschränkungen dienten immer dem Gesundheitsschutz.

Aber: "Wir sind noch nicht durch", sagte Hans weiter. "Noch immer sterben Menschen an Covid-19" - deshalb appellierte Hans an die Bevölkerung um Verständnis für Hygienemaßnahmen und Tests: "Die sind der Schlüssel zu mehr Öffnungen".

"Pandemie nicht vorbei"

Auch Anke Rehlinger warnte davor, das Virus zu früh auf die leichte Schulter zu nehmen: "Die Pandemie ist nicht vorbei", sagte die Wirtschaftsministerin. "Sie ist immer noch eine Bedrohung, auch wenn wir uns jetzt wieder den ein oder anderen Schritt erlauben wollen."

Rehlinger appellierte an die Saarländerinnen und Saarländer, "Rücksicht, Umsicht und Vorsicht" walten zu lassen. Es gebe noch keinen Freibrief für eine Rückkehr zum Leben wie vor Corona. "Sonst verspielen wir uns den Spielraum, von dem wir jetzt glauben, dass wir ihn nutzen können".


Im Saarland liegen zurzeit alle Kreise außer Saarlouis seit mindestens fünf Tagen in Folge unter der kritischen Inzidenz-Marke von 100 Fällen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Darüber greifen die Regelungen der Bundesnotbremse, darunter dürfen die Länder selbst über ihre Regelungen entscheiden.

Aktuelle Fallzahlen
19 neue Coronainfektionen
Das RKI hat am Freitag für das Saarland 19 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 9,7. Die Zahl der Menschen, die nach einer Coronainfektion gestorben sind, bleibt bei 1019.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 20.05.2021 berichtet.

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