Logo "Die Linke" an einem Mikrofon bei einem Parteitag (Foto: picture alliance/dpa | Christoph Soeder)

Saar-Linke wählt neue Parteispitze

Carolin Dylla   11.09.2022 | 08:28 Uhr

Nach ihrer krachenden Niederlage bei den Landtagswahlen will sich die Linke im Saarland personell neu aufstellen. Bei einem Parteitag in Homburg wählen die Delegierten am Sonntag einen neuen Landesvorstand. Der umstrittene Parteichef Thomas Lutze hat angekündigt, nicht mehr anzutreten.

Mit zweimonatiger Verzögerung entscheidet sich in Homburg, wer die Linken im Saarland aus dem 2,6-Prozent-Tal führen soll, in das die Wähler die Partei bei der Landtagswahl gestoßen haben. Bei einem Landesparteitag stimmen die Delegierten am Sonntag über die neue Parteispitze ab und entscheiden, wer nach Thomas Lutze das Amt der oder des Landesvorsitzenden übernimmt.

Konsequenzen aus Wahlniederlage

Der Bundestagsabgeordnete Lutze, der seit September 2019 an der Spitze der Saar-Linken stand, hatte nach der krachenden Niederlage der Partei bei der Landtagswahl angekündigt, nicht erneut für das Amt des Landesvorsitzenden zu kandidieren.

Nach seiner Wahl zum Kreisvorsitzenden im Kreisverband Saarbrücken besetzt Lutze aber weiterhin einen der wichtigsten Posten der Landespartei. Lutze führt den Kreisverband seit März dieses Jahres. Zuvor hatte die Bundesschiedskommission der Linken entschieden, dass die Wahl des ehemaligen Landtagsabgeordneten Dennis Lander auf diesen Posten ungültig sei.

Keine offizielle Kandidatur bis zum Wochenende

Der Parteitag war ursprünglich bereits für Anfang Juni geplant, kurz zuvor jedoch abgesagt worden. Als Gründe hatte Parteichef Lutze damals in erster Linie Terminschwierigkeiten genannt, die sich bei der Koordination mit der Bundespartei ergeben hätten.

Bis kurz vor dem Parteitag ist offen, wer überhaupt seinen Hut in den Ring wirft – offiziell hat niemand eine Kandidatur bekanntgegeben. Es gilt aber als wahrscheinlich, dass die stellvertretende Landesvorsitzende Barbara Spaniol antritt, die auch Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl gewesen war. Spaniol gilt in der zerstrittenen Partei als Brückenbauerin; eine potentielle Vorsitzende, die zumindest mehrheitsfähig scheint.

Bis zu ihrem Ausschluss aus der Landtagsfraktion um Oskar Lafontaine im vergangenen November war Spaniol eine Art Bindeglied zwischen ebenjener Fraktion und dem Landesvorstand um Thomas Lutze. Allerdings wird ihr auch eine Mitverantwortung für das schlechte Ergebnis bei der Landtagswahl zugeschrieben.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 11.09.2022 berichtet.

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