Andreas Neumann (Die Linke) (Foto: Imago images/Becker&Bredel)

Zerreißprobe bei den Saar-Linken

Thomas Gerber   06.06.2019 | 17:02 Uhr

Die Ungereimtheiten um den Vize-Chef der Saar-Linken und dessen Doktortitel stellen die Partei vor eine Zerreißprobe. Auch innerhalb des Vorstands mehren sich Stimmen, die einen Rücktritt Neumanns zumindest nicht ausschließen.

Während die eine Co-Vorsitzende, die Landtagsabgeordnete Barbara Spaniol, den möglichen Titelmissbrauch am Mittwoch noch zu Neumanns Privatsache erklärte, fordert die Saarbrückerin Patricia Schumann, ebenfalls stellvertretende Landesvorsitzende, den Genossen Neumann auf, umgehend für Klarheit zu sorgen. Sollte an den Vorwürfen nichts dran sein, müsse er die entsprechenden Dokumente vorlegen und sich öffentlich erklären.

Aufklärung gefordert

Einen Schritt weiter geht Landesschatzmeister Manfred Schmidt. Der Onkel von Neumanns Gattin Andrea verweist unter anderem auf zahlreiche SR-Anfragen, die ihm bekannt seien und die Neumann unbeantwortet ließ. Deshalb glaube er nicht, dass die Vorwürfe gegen Neumann unbegründet seien. Auch Schmidt fordert Neumann auf, für Aufklärung zu sorgen. Sollte das nicht kurzfristig geschehen, müsse der 44-Jährige seine Ämter ruhen lassen.

Neumann will Sitz im Gemeinderat ruhen lassen

Auf seinen gerade wieder errungenen Sitz im Wadgasser Gemeinderat will Neumann derweil verzichten, sich verstärkt der Parteiarbeit widmen, schreibt er im Internet. Nachdem die Anzeige des Wissenschaftsministeriums inzwischen eingegangen ist, hat die Staatsanwaltschaft nun ein offizielles Ermittlungsverfahren eingeleitet. Gegen Neumann bestehe der Verdacht des Titelmissbrauchs.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 06.06.2019 berichtet.

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