Eine Person erhält die Corona-Schutzimpfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca. (Foto: picture alliance/dpa | Thomas Frey)

Linke will Impfung zunächst für über 75-Jährige

  21.02.2021 | 12:32 Uhr

Die Linke im saarländischen Landtag hat die Öffnung der Impfwarteliste für alle Menschen im Saarland ab 70 Jahren kritisiert. Sie fordert, den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission folgend, zunächst die über 75-Jährigen zu impfen.

Seit vergangener Woche können sich auch Menschen aus der Priorisierungsgruppe Zwei, also zum Beispiel alle über 70-Jährigen, auf der Impfwarteliste im Saarland eintragen. Das Saarland folgt damit der bereits im Dezember beschlossenen Corona-Impfverordnung des Bundes, die in ihrem Stufenplan zwar an die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) angelehnt ist - im Detail dann aber doch davon abweicht.

Linke fordert, Stiko-Empfehlung zu folgen

So sieht die Stiko-Empfehlung unter anderem noch eine weitere Untergliederung in Personen zwischen 75 und 79 Jahre und Personen im Alter von 70 bis 74 Jahren vor. Genau diese Priorisierung fordert die Linke nun auch im Saarland. Denn die aktuelle Impfpraxis widerspreche "allen medizinischen Erkenntnissen in Zusammenhang mit Covid 19", sagte die stellvertretende Linken-Fraktionschefin Astrid Schramm. Das Risiko, schwer zu erkranken, steige mit jedem Lebensjahr an. "Es ist daher nicht vertretbar, ein Verfahren zu wählen, bei dem ein 70-Jähriger deutlich früher geimpft werden kann als eine 79-Jährige", so Schramm.

Ein Sprecher der Fraktion verwies auf SR-Anfrage darauf, dass die Linke bereits zuvor im Landtag eine andere Alterspriorisierung gefordert habe und diese Forderung jetzt aufgrund der aktuell erfolgten Öffnung der Impfwarteliste noch einmal mit Nachdruck anspreche. Sollte die Landesregierung bei ihrer Impfpraxis bleiben, will die Fraktion in der kommenden Landtagssitzung einen entsprechenden Antrag dagegen einbringen.

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