Andreas Neumann (Linke) (Foto: imago/Becker&Bredel)

Köllerbacher Linke fordern Rücktritt Neumanns

Thomas Gerber / Onlinefassung: Axel Wagner   03.09.2019 | 19:01 Uhr

Nach der Jugendorganisation solid und dem Kreisverband Saarbrücken haben nun auch die Linken in Püttlingen-Köllerbach öffentlich den Rücktritt des stellvertretenden Landesvorsitzenden Andreas Neumann wegen dessen Promotionsaffäre gefordert.

In einer Pressemitteilung der Köllerbacher Linken heißt es, wer wie Neumann die Behörden, die Öffentlichkeit und die Partei derart dreist belüge, der sei in keinem Amt mehr tragbar. Die Vorsitzende des Ortsverbands, die Landtagsabgeordnete und ehemalige Linken-Landesvorsitzende Astrid Schramm, verwies in diesem Zusammenhang auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Die hätten ergeben, dass die Promotionsurkunde Neumanns falsch sei und dass die Universität, die ihm den Titel verliehen haben soll, gar nicht existiere.

Schramm: Lutze muss handeln

Schramm forderte den Bundestagsabgeordneten Thomas Lutze auf, der zugleich Arbeitgeber von Neumann sei, nicht länger zu schweigen. Missstände, die der Partei schadeten, müssten umgehend abgestellt werden. Selbstverständlich dürfe Neumann auf dem bevorstehenden Landesparteitag Ende des Monats auch nicht erneut in den Vorstand gewählt werden.

Die Staatsanwaltschaft will gegen Neumann beim Amtsgericht einen Strafbefehl über 4500 Euro wegen Titelmissbrauchs beantragen. Die Geldstrafe soll zur Bewährung ausgesetzt werden und Neumann lediglich eine Auflage von 1800 Euro zahlen. Schramm ist eine der vehementesten parteiinternen Kritikerinnen der Gruppe um Neumann und Lutze.

Über dieses Thema berichtet auch der „aktuelle bericht“ am 03.09.2019 um 19.20 Uhr im SR Fernsehen.

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