Landesparteitag der Partei die Linke (Foto: dpa)

Weiterhin dicke Luft bei den Linken

Kai Forst mit Informationen von Janek Böffek   30.09.2019 | 17:57 Uhr

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion im saarländischen Landtag, Jochen Flackus, hat die Wahl des neuen Parteivorsitzenden seiner Partei, Thomas Lutze, kritisiert. Das Ergebnis des Parteitags sei nicht geeignet das Verhältnis zwischen Fraktion und Partei näher zusammenzubringen.

Mit Thomas Lutze an der Spitze wollen die Linken im Saarland die Grabenkämpfe und internen Querelen endlich hinter sich lassen. Doch nur einen Tag nach seiner Wahl zum Parteichef ist klar: Dieser Wunsch wird zunächst Utopie bleiben.

Zerrütetes Verhältnis

Denn der parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion im saarländischen Landtag, Jochen Flackus, übt öffentlich Kritik an der Wahl Lutzes. Mit ihm an der Spitze sei das zerüttete Verhältnis zwischen Fraktion und Partei nicht zu kitten, sagte Flackus. So habe es seit anderthalb Jahren keinen Bericht der Fraktion über ihre Arbeit an die Partei mehr gegeben.

"Landesvorstand ist nicht politisch unterwegs"

Kritik übt Flackus auch an dem Fehlen politischer Inhalte innerhalb des Landesvorstandes. So sei auf dem Parteitag am Sonntag kein politisches Thema behandelt worden. "Die Hoffnung, dass die Partei wieder politische Arbeit macht, ist erst einmal nur eine Hoffnung. Denn der Landesvorstand ist offensichtlich nicht politisch unterwegs", sagte Flackus. Dieser Zustand sei ein schlechtes Signal, auch an die Parteimitglieder und potenziellen Wähler.

Wie es innerhalb der Fraktion weitergeht, das soll nun geklärt werden. Er habe verspürt, dass es in der Fraktion Redebedarf gebe, sagte Flackus.

Turbulenter Landesparteitag
Lutze ist neuer Chef der Saar-Linken
Die Saar-Linke hat Thomas Lutze zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Mit 95 von insgesamt 138 Stimmen setzte sich der Bundestagsabgeordnete im ersten Wahlgang auf dem Landesparteitag in Wiebelskirchen gegen Markus Lein und Michael Jochem aus Saarbrücken durch. Der Wahl gingen mehrere turbulente Stunden voraus.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 30.09.2019 berichtet.

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