Oskar Lafontaine (Foto: Felix Schneider/SR)

Parteichefin versucht Wogen mit Lafontaine zu glätten

mit Informationen von Christoph Grabenheinrich   18.06.2021 | 13:22 Uhr

Nach Oskar Lafontaines Aufruf, die eigene Partei bei der Bundestagswahl nicht zu unterstützen, versucht nun die Bundesvorsitzende der Linken, Susanne Hennig-Wellsow, Lafontaine wieder stärker einzubinden. Wie ein Fraktionssprecher dem SR mitteilte, hat es ein Vieraugengespräch gegeben.

Zum Inhalt des Gesprächs zwischen der Bundesvorsitzenden Henning-Wellsow und Lafontaine äußerte sich weder die Fraktion noch der Bundesvorstand. Aus Parteikreisen war zu erfahren, es solle geklärt werden, wie man sich gemeinsam gut auf die Bundestagswahl vorbereiten könne.

Streit zwischen Lafontaine und Lutze

Lafontaine hatte jüngst dazu aufgerufen, den saarländischen Bundestagsabgeordneten Thomas Lutze im September nicht zu wählen. Hintergrund dafür ist die Wahl Lutzes zum Spitzenkandidaten der Saar-Linken für die Bundestagswahl. Lafontaine erhob den Vorwurf, dass die Wahl nicht mit rechten Dingen zugegangen sei. Lutze soll demnach Mitglieder für ihr Kreuz bezahlt haben.

Kritik an Lafontaine

Der Aufruf, die eigene Partei nicht zu wählen, hatte daraufhin für Gegenwind aus den Reihen der Linken gesorgt. Kritik kam etwa vom Vorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch. Auch der ehemalige Linken-Bundesvorsitzende Bernd Riexinger äußerte sich kritisch.

Das Vieraugengespräch zwischen Susanne Hennig-Wellsow und dem Mitbegründer der Linken, Lafontaine, soll nun offenbar die Wogen glätten. Nach SR-Informationen trifft sich Hennig-Wellsow im Übrigen nur mit Lafontaine, nicht aber mit Lutze.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 18.06.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja