Heinz Bierbaum im saarländischen Landtag (Foto: imago/Becker&Bredel)

Bierbaum tritt nicht mehr an

Marc Hoffmann   17.08.2016 | 08:27 Uhr

Die nächste Landtagswahl ist nicht mehr fern. Bis zum nächsten März bringen sich jetzt Parteien und Personen in Position für den Wahlkampf. Der Linken-Politiker und parlamentarische Geschäftsführer der Linken-Fraktion, Heinz Bierbaum, gehört zu den profiliertesten im Saar-Landtag. Er jetzt hat seinen Rückzug angekündigt. Bei der kommenden Landtagswahl will er nicht mehr kandidieren.

Bierbaum spricht von einer „ganz persönlichen Entscheidung“. Er wolle im März nächsten Jahres, nach der Landtagswahl einen – so wörtlich - Schlussstrich ziehen. Inhaltliche Gründe oder parteiinterne Streitigkeiten als Grund für seinen Entschluss gebe es nicht, betont Bierbaum, der im Dezember 70 Jahre alt wird.

Der Professor für Betriebswirtschaft sitzt seit 2009 im saarländischen Landtag. Als parlamentarischer Geschäftsführer gilt er neben Fraktionschef Oskar Lafontaine als Führungsfigur bei der Saar-Linken. Über ein Ende seiner landespolitischen Karriere war bereits spekuliert worden.

Was ist mit Lafontaine?

Bierbaum wollte seine Entscheidung allerdings nun erst offiziell bestätigen. Seine Fraktion sei bereits informiert gewesen – ebenso wie der Fraktionsvorsitzende Lafontaine. Ob dieser zur nächsten Landtagswahl noch einmal antritt, bleibt weiter offen.

Lafontaines Kandidatur gilt allerdings als sehr wahrscheinlich. Bierbaum zufolge will Lafontaine seine Entscheidung spätestens im November mitteilen. Lafontaine hatte verschiedene Bedingungen gestellt, unter anderem, dass die Fraktion im Wesentlichen zusammenbleibt.


Der Kommentar zum Rückzug

Marc Hoffmann

Heinz Bierbaum zieht sich aus der Landespolitik zurück. Noch einmal für weitere fünf Jahre in den Landtag - nein danke. Der 69-jährige Wirtschaftsfachmann hat einen Entschluss gefasst, der seinem Landesverband nicht gefallen wird: Ab nächsten März ist landespolitisch Schluss. Eine persönliche Entscheidung. Jetzt sollen andere ran, sagt er.

Marc Hoffmann (Foto: Pasquale D'Angiolillo)
Marc Hoffmann

Mit dem parlamentarischen Geschäftsführer Bierbaum geht im nächsten Jahr einer von Bord, den die Linke so schnell nicht ersetzen kann. Schlicht, weil sie niemanden hat. Weil sie sich nicht um fähigen Nachwuchs gekümmert hat.

Wer soll folgen?

Politiker wie Bierbaum sind eine Rarität in den Reihen der Saar-Linken. Fragt man auf den Fluren des Landtages, dann erntet der Wirtschaftsprofessor selbst beim politischen Gegner Respekt und Anerkennung - für seinen Fachverstand und für seine vernünftige und pragmatische Art, Politik zu machen.

Er ist einer, der den linken Laden im täglichen Landtagsgeschäft zusammenhält, während ein Großteil seiner Parteikollegen seit Jahren nichts anderes tut, als wie gelähmt auf Oskar Lafontaine zu starren - und zu hoffen.

Der Linke Saar-Superstar soll es auch jetzt wieder richten und Wählerstimmen sammeln. Das mag funktionieren, löst allerdings das Personalproblem der Saar-Linken nicht: Nämlich, dass es hinter dem Spitzenpodest Lafontaines düster aussieht.

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