Logo der Liga der freien Wohlfahrtspflege Saar (Foto: SR)

Wohlfahrtspflege fordert Aussetzung von Zwangsräumungen

  20.04.2020 | 18:00 Uhr

Die Verbände der freien Wohlfahrtspflege im Saarland fordern Behörden dazu auf, Zwangsräumungen von Wohnungen in der Corona-Krise auszusetzen. Das Justizministerium weist die Forderung zurück.

Die Landesregierung plane keine generelle Aussetzung von Zwangsräumungen, sagte eine Sprecherin des saarländischen Justizministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Sie verwies auf die Unabhängigkeit der Amtsgerichte.

Die Liga Saar hatte in einer Erklärung gefordert, Zwangsräumungen im Saarland auszusetzen, solange die Beschränkungen in der Corona-Krise bestehen. "Während alle Bürgerinnen und Bürger aufgefordert sind, zu Hause zu bleiben, werden andere auf die Straße gesetzt", sagte Anne Fennel, Liga-Vorsitzende des Ausschusses Armut und Geschäftsführerin der Diakonie Saar.

Sie nannte einen Fall aus der vergangenen Woche, bei dem eine Saarbrücker Familie von der Obdachlosenbehörde in eine andere Wohnung eingewiesen worden sei. Ein solcher Vorgang in Zeiten von Corona sei "ein Skandal", sagte Fennel. Der Liga Saar gehören neben der Diakonie unter anderem die Arbeiterwohlfahrt, die Caritas und die Synagogengemeinschaft Saar an.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 21.04.2020 berichtet.

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