Ein E-Bike steht in einer Fahrradgarage. (Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

Engpässe und höhere Preise auch im Saar-Einzelhandel

  12.10.2021 | 17:25 Uhr

Kunden im Einzelhandel müssen mit Engpässen und höheren Preisen rechnen. Laut einer Umfrage des Ifo-Instituts klagen bundesweit drei Viertel der Einzelhändler über Lieferprobleme. Im Saarland wird mit Preissteigerungen von bis zu sechs Prozent gerechnet.

Lieferprobleme plagen mittlerweile nicht mehr nur die Industrie, was im Saarland unter anderem bei Ford in Saarlouis zu spüren ist. Auch der Einzelhandel ist zunehmend betroffen. Nach einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Münchner Ifo-Instituts berichteten 74 Prozent der bundesdeutschen Händler über entsprechende Schwierigkeiten. „Manches Weihnachtsgeschenk wird vielleicht nicht lieferbar sein oder teuer werden“, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe, der Nachrichtenagentur Reuters.

Lieferprobleme bei Elektronik

Im Saarland scheint die Situation zumindest im Moment noch nicht ganz so dramatisch zu sein. „Die Innenstädte sind derzeit gut versorgt“, teilte Fabian Schulz, Hauptgeschäftsführer des Landesverbandes Einzelhandel und Dienstleistung Saarland, auf SR-Anfrage mit. „Es braucht niemand Angst zu haben, keine Weihnachtsgeschenke zu bekommen. Die Winterware wurde schon vor sechs Monaten geliefert. Auch im Lebensmittelhandel ist derzeit alles normal.“

Lieferengpässe, so Schulz, gebe es überall dort, wo elektronische Bauteile benötigt werden. Davon betroffen sind beispielsweise, Geschirrspüler, Elektroherde, Waschmaschinen und Fernseher, aber auch Smartphones, Tablets und auch Fahrräder. Außerdem seien auch Produkte betroffen, die auf Hilfsstoffe angewiesen sind, etwa Möbel, Polster und Matratzen.

Waren drei bis sechs Prozent teurer

„Die Hilfsstoffe werden größtenteils in Nahost produziert, und die weltweite Logistik hakt dort momentan“, sagte Schulz. „Es muss mit längeren Lieferzeiten gerechnet werden. Die saarländischen Händler haben außerdem rückgemeldet, dass die Nachbestellung derzeit schwierig ist.“

Hinzu kommen steigende Kosten für Logistik, Rohstoffe und Energie. Diese Preissteigerungen würden in den nächsten Monaten wahrscheinlich an die Kundinnen und Kunden weitergegeben“, vermutet Schulz. Der Landesverband rechnet bis Weihnachten mit einer Preissteigerung je nach Produkt zwischen drei und sechs Prozent.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 12.10.2021 berichtet.

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