Das Werk von Neue Halberg Guss in Saarbrücken (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Letzte Arbeiten bei den Gusswerken

  30.06.2020 | 18:19 Uhr

Die Beschäftigten der Gusswerke Saarbrücken haben gekämpft, gestreikt, gehofft und doch verloren. Das insolvente Unternehmen hat keine Zukunft mehr. Nach über 270 Jahren hat die Gießerei ihren Betrieb eingestellt.

Die letzte Schicht ist beendet. Das letzte Eisen ist vergangenen Freitag geflossen. Seither wird aufgeräumt. Der Dienstag war der schlimmste Arbeitstag für den Betriebsratsvorsitzenden Bernd Geier, der gemeinsam mit der Belegschaft vergeblich für eine Zukunft des Standortes gekämpft hatte.

Insolvenzverwalter Franz Abel hat die rund 250 Beschäftigten verabschiedet. Dem SR sagte er, er sei stolz auf die Mitarbeiter der Gießerei. Sie hätten bis zuletzt gute Arbeit abgeliefert und alle Aufträge erfüllt. Es sei bitter ein Traditionsunternehmen beerdigen zu müssen.

Wochenlanger Streik

Rund 40 Beschäftigte können in den nächsten Monaten bei der Abwicklung des Standortes mithelfen. Seit September 2019 sind 1200 Jobs bei Gusswerke Saarbrücken verloren gegangen. In besten Zeiten hatte der Standort 1800 Beschäftigte plus einen Standort in Südafrika und in Leipzig. Dort wird zurzeit noch der Kunde VW bedient.

Der Autohersteller und seine Auseinandersetzung mit dem Investor Prevent waren Auslöser für einen wochenlangen Streik. Mit horrenden Preiserhöhungen verprellte Prevent wichtige Kunden. In der Folge gingen Aufträge verloren, davon hat das Unternehmen sich nicht mehr erholt.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 30.06.2020 berichtet.

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