Symbolbild: Ein Schulkind sitzt an einem Tisch in einer Wohnung und arbeitet an einem Laptop (Foto: imago images/Fotostand)

Online-Schule Saar überlastet

  17.12.2020 | 16:34 Uhr

Der erste Tag des harten Lockdowns am Mittwoch hat zu einem Ausfall der Lernplattform „Online Schule Saarland“ geführt. Das bestätigte das saarländische Bildungsministerium dem SR. Grund für die Probleme sei eine zu starke Netzauslastung gewesen, da sehr viele Schüler und Lehrer gleichzeitig auf das System zugegriffen hätten.

Seit Mittwoch ist der harte Lockdown im Saarland in Kraft. Damit einher geht der Appell der Landesregierung an die Eltern, ihre Kinder – wenn möglich – zu Hause zu betreuen und Homeschooling zu betreiben. Doch offenbar war die Lernplattform „Online Schule Saarland“ nicht auf die zahlreichen Zugriffe vorbereitet. Denn gleich am Mittwochmorgen ist das System zusammengebrochen. Zahlreiche Leser und Hörer berichteten dem SR darüber, nicht auf die Plattform zugreifen zu können.

Lernplattform „Online Schule Saarland“ ausgefallen
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 16.12.2020, Länge: 01:46 Min.]
Lernplattform „Online Schule Saarland“ ausgefallen

"Ich finde es unverschämt"

Die Lehrerin eines Gymnasium wird besonders deutlich: „Ich finde es unverschämt, wie sich das Ministerium seit Wochen in seinem eigenen Glanz sonnt. War nicht bekannt, wie viele Nutzer registriert sind? War nicht damit zu rechnen, dass man ausreichend Kapazitäten brauchen wird?“ Die Plattform sei schon in der vergangenen Woche überlastet und seit Dienstagabend kaum zu erreichen gewesen.

Zu starke Netzauslastung

Online-Schule Saar überlastet
Audio [SR 1, (c) Daniel Simarro, Jan Benedyczuk, 16.12.2020, Länge: 03:26 Min.]
Online-Schule Saar überlastet

Das saarländische Bildungsministerium bestätigte die Probleme. Grund für den Ausfall sei eine starke Netzauslastung, da sehr viele Schüler und Lehrer gleichzeitig auf das System zugegriffen hätten, sagte ein Sprecher. Außerdem hätten zahlreiche Lehrer zeitgleich Materialien eingestellt. Damit seien die Kapazitätsgrenzen erreicht worden. Dies sei eine Sondersituation an Tag eins des Lockdowns. Man arbeite daran, die Probleme zu lösen.

"Nur die Spitze des Eisbergs"

Kritik kommt vom saarländischen Philologenverband, der der Landesregierung Planlosigkeit vorwirft. Der Zusammenbruch der Lernplattform markiere dabei nur die Spitze des Eisbergs, sagte der Vorsitzende Marcus Hahn. Die Politik habe sich stets geweigert, "an etwas anderes als Präsenzunterricht auch nur zu denken". Nun müssten Schüler und Lehrerschaft es ausbaden, so Hahn weiter. Es müsse nun ein Plan B erarbeitet werden, "der ein planvolles unterrichtliches Handeln unter Pandemiebedingungen ermöglicht".

Grüne: "Offenbarungseid und Desaster"

Die saarländischen Grünen bezeichneten den Ausfall der Online Schule Saarland als "Offenbarungseid" und "Desaster". Das Bildungsministerium habe die vergangenen Monate nicht genutzt, "um ein stabiles und leistungsfähiges Lernnetzwerk aufzubauen", sagte Grünen-Landeschef Markus Tressel. Die Weigerung der Bildungsministerin, Hybrid- oder Wechselunterricht zu erproben, habe offenbar "vor allem der Kaschierung der technischen Unzulänglichkeit der Online-Schule Saar" gedient, so Tressel.

Ministerium: Verbesserung an Tag Zwei

Am Donnerstag lief das System nach Angaben des Ministeriums wieder besser. Es sei "insgesamt stabil" gewesen, teilte ein Sprecher mit. Nur zwischen 9.45 Uhr und 10.15 Uhr sei es demnach zu zeitweilig längeren Ladezeiten gekommen.

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Eigentlich sind die Schulen im Saarland zwar immer noch offen – aber die Schülerinnen und Schüler sollen nicht mehr hingehen, wenn’s geht. Für Schüler, die nicht zuhause betreut werden können, gibt es eine Betreuung, so zum Beispiel an den Nikolaus Groß-Schulen in Lebach.

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