Symbolbild Pflege (Foto: dpa/Oliver Berg)

Pflege: Uniklinik greift vermehrt auf Leiharbeiter zurück

Nelly Theobald / Onlinefassung: Kasia Hummel   02.11.2018 | 21:57 Uhr

Der Wettbewerb zwischen den saarländischen Krankenhäusern um Pflegekräfte ist groß. Da machen die das Rennen, die mehr bezahlen. Die Uniklinik ist an den Tarifvertrag der Länder gebunden und der liegt unter dem anderer Häuser im Saarland. Die Konsequenz: An der Uniklinik sind Pflegestellen unbesetzt. Kurzfristig steuert man mit Leiharbeitern gegen.

Die Uniklinik Homburg muss nach eigenen Angaben vermehrt auf Leiharbeiter in der Pflege zurückgreifen, um die Patientenversorgung sicherzustellen. Das liege daran, dass es kaum Pflegekräfte auf dem Arbeitsmarkt gebe und somit Stellen nicht besetzt werden können. „Leiharbeiter sind extrem teuer“, so Wolfgang Klein, Pflegedirektor der Uniklinik Homburg. Der Leiharbeiter sei schnell verfügbar und vor Ort. Je nach Komplexität sei es aber schwierig, ihn einzuarbeiten. Ziel sei es deshalb, mehr eigene Mitarbeiter zu gewinnen.

Video [aktueller bericht, 02.11.2018, Länge: 3:16 Min.]
Mehr Leiharbeiter als Pfleger an der Uniklinik

Zurzeit arbeiten 25 Leiharbeiter in der Pflege an der Uniklinik. Die Pflegekräfte entschieden sich bewusst für dieses Modell, da sie bis zu drei Mal mehr verdienten. Laut der Gewerkschaft Verdi sind ihre Dienstpläne im Vergleich zu denen der angestellten Pflegekräfte in Kliniken zudem geregelter. Leiharbeit gebe es auch in anderen saarländischen Krankenhäusern und teilweise auch in Altenpflegeeinrichtungen. Verdi sieht durch Leiharbeiter die Qualität gefährdet.

Über dieses Thema wurde auch im aktuellen bericht vom 02.11.2018 berichtet.

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