Schülerinnen und Schüler einer Grundschule sitzen in ihrem Klassenraum.  (Foto: picture alliance/dpa | Marcel Kusch)

Lehrkräfte im Saarland fordern langfristige Lösungen

  09.06.2021 | 09:44 Uhr

Der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV) begrüßt das von der Landesregierung angekündigte Aufhol-Konzept, das coronabedingte Lernlücken bei Schülerinnen und Schülern schließen soll. Doch der SLLV fordert langfristige Verbesserungen der Lernbedingungen im Saarland.

Zum Kernstück des Aufholkonzeptes gehört laut saarländischem Finanzministerium die Finanzierung von 400 befristeten Stellen im Bildungsbereich. Befristete Stellen würden jedoch oft mit noch nicht fertig ausgebildeten Lehramtsstudierenden oder schulformfremden Lehrerinnen und Lehrern besetzt, kritisiert Lisa Brausch, Vorsitzende des SLLV.

Zudem ersetze die sogenannte Corona-Reserve häufig erkrankte oder schwangere Kolleginnen, die derzeit nicht mehr in Präsenz arbeiten dürften. "Von zusätzlichen Lehrkräften, die Förderung oder Doppelbesetzungen übernehmen, kann also keine Rede sein", so Brausch.

Kleinere Klassen gefordert

Der SLLV fordert von der saarländischen Landesregierung, stattdessen langfristig zu denken und zu handeln, damit sich die Lernbedingungen nachhaltig verbessern. Eine grundlegende Voraussetzung sieht der Verband in kleineren Klassengrößen.

"Nur in kleinen Lerngruppen kann eine individuelle Förderung und damit das Aufholen von Lernrückständen gelingen. Auf emotionaler Ebene benötigen Kinder und Jugendliche direkte Zuwendung und eine persönliche, stabile Vertrauensbeziehung, um sich wieder in der sozialen Gruppe zu stabilisieren", erklärt Brausch. Dabei würden nicht nur schwächere Kinder und Jugendliche von den kleineren Lerngruppen profitieren, sondern auch die Leistungsstarken.

Zusatzbelastung für Schulleitung

Außerdem kritisiert der SLLV, dass die einzelnen Schulen eine sogenannte Förderskizze erstellen müssen, die den Förderbedarf vor Ort erhebt, um zusätzliche externe Förderkräften zu bekommen. Dies bedeute für die Schulleitungen eine "enorme zusätzliche Belastung", so Brausch.

Zudem soll ein pädagogisch wertvolles Ferienprogramm mit außerschulischen Angeboten erstellt werden, das passgenau auf den jeweiligen Standort zugeschnitten sei. Auch das sei zum jetzigen Zeitpunkt von den Schulen nicht leistbar, sagt die SLLV-Vorsitzende.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 09.06.2021 berichtet.

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