Unterricht in Corona-Zeiten (Foto: SR)

Verstärkter Lehrerbedarf im Saarland

Julia Berdin / Onlinefassung: Axel Wagner   22.05.2020 | 19:19 Uhr

Seit Anfang des Monats ist der Unterricht in den Schulen wieder angelaufen – allerdings eingeschränkt. Hinzu kommt, dass nicht alle Lehrkräfte zur Verfügung stehen, denn einige unter ihnen gehören zur Corona-Risikogruppe.

Ungefähr jeder siebte Lehrer fehlt aktuell an den Schulen im Saarland – insgesamt 1200 sind es, die weiter von zu Hause aus unterrichten und für den Präsenzunterricht ausfallen. Anteilig sind die Gemeinschaftsschulen am stärksten betroffen. Hier gehört sogar jeder fünfte Lehrer zur Risikogruppe oder hat Angehörige, die dazu zählen. Trotzdem scheinen die Schulen personell gut mit der Situation zurecht zu kommen – noch.

Video [aktueller bericht, 22.05.2020, Länge: 1:58 Min.]
Lehrermangel durch straken Risikogruppen-Anteil

Enges Korsett

„Im Moment sieht es so aus, als ob wir ohne die vulnerablen Lehrkräfte alle Lerngruppen personalisieren können“, so Lisa Brausch, Vorsitzende des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (SLLV). Aber es dürfe jetzt natürlich niemand mehr krank werden. Das Korsett sei „ganz schön eng gestrickt“. Es brauche mehr Lehrkräfte, so Brausch. Das zeige die Krise nun deutlich.

Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) fordert 300 Lehrer mehr und steht dazu in Verhandlungen mit dem Finanzministerium. Es geht um 15 Millionen Euro zusätzlich für das kommende Schuljahr.

Video [aktueller bericht, 22.05.2020, Länge: 3:25 Min.]
Julia Berdin vom Saarländischen Rundfunk zum Lehrermangel

Zukunft noch offen

Die Lehrergewerkschaften begrüßen diesen Vorstoß. „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir auch schon vor Corona die Personaldecke so eng hatten, dass es zu Unterrichtsausfällen kam, oder zu Klassenzusammenlegungen“, sagte Brausch dem SR. „Und wir wissen ja auch nicht, wie lange das ‚Modell Corona-Unterricht‘ weitergehen wird.“

Klar ist: Diese Form des Unterrichts bindet Personal-Ressourcen bei allen Schulformen. Aber ob 300 zusätzliche Lehrkräfte tatsächlich im Haushalt darstellbar sind, werden die Verhandlungen zwischen Bildungs- und Finanzministerium zeigen.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ vom 22.05.2020 berichtet.

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