Bei Paulus in Merzig werden Tiefkühlrodukte verpackt. (Foto: SR)

Lebenshilfe übernimmt Paulus und Delimar

Laszlo Mura / Onlinefassung: Axel Wagner   16.03.2019 | 15:41 Uhr

Die 159 Angestellten der insolventen Firmen B.Paulus und Delimar Tiefkühlspezialitäten aus Merzig und Rehlingen müssen nicht weiter um ihre Anstellung bangen. Die Lebenshilfe St. Wendel übernimmt den Geschäftsbetrieb der beiden Werke in Merzig und Rehlingen. In St. Wendel wurde am Freitag der Marschplan für die nächsten Jahre vorgestellt.

Lebenshilfe übernimmt Werke von Paulus und Delimar
Audio [SR 3, (c) SR, 16.03.2019, Länge: 01:00 Min.]
Lebenshilfe übernimmt Werke von Paulus und Delimar

Insgesamt 159 Menschen sind dort beschäftigt - davon 100 mit Behinderung. Am Standort Merzig herrscht Erleichterung. „Ich bin froh, dass es jetzt weitergeht“, sagt ein Arbeiter. Ein anderer meint: „Es war eigentlich ziemlich direkt am Anfang klar, dass die Lebenshilfe übernehmen wird. Deswegen habe ich mir eigentlich nicht so viele Sorgen gemacht, wie es kommen wird.“

Sozialpädagogin Katrin Konrad betreut die gehandicapten Mitarbeiter, was die letzten zwei Jahre nicht immer ganz einfach war. „Ich glaube, insgesamt haben sich die WFB-Beschäftigten weniger Sorgen gemacht, es waren dann eher die Familienangehörigen und Betreuer, die mal nachgefragt haben.“

Video [aktueller bericht, 15.03.2019, ab Min. 19:54]
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Der Vertrag zur Übernahme ist am Freitagnachmittag in St. Wendel unterzeichnet worden. Bernhard Müller, Vorsitzender der Lebenshilfe St. Wendel, ist guter Dinge. „Wir sind natürlich ein Träger, der die Belange von Menschen mit Behinderung im Fokus hat und der auch solche Plätze schaffen muss. Das werden wir auch in dieser Werkstatt mit Sicherheit erreichen, und wir können dort dauerhaft Beschäftigungen für Menschen mit Behinderungen sicherstellen.“

Schwierige Übernahme

Ganz einfach hatte sich der Prozess der Übernahme nicht gestaltet. Diverse Genehmigungen waren notwendig, und die Übernahme einer GmbH von einer gGmbH – also einer gemeinnützigen Gesellschaft – ist besonders kompliziert. „Das war sehr schwierig, weil aus einem gemeinnützigen Unternehmen keine Mittel rausfließen dürfen“, so Müller. „Das heißt also, wir mussten zuerst die Voraussetzungen schaffen, dass wir ein gemeinnütziges Unternehmen vom Finanzamt anerkannt bekommen. Das ist auch gelungen. Damit war es möglich, Mittel in das neue Unternehmen zu transferieren.“  

Die Lebenshilfe St. Wendel sieht einen Mietkauf vor, um zumindest die Betriebsstätte Rehlingen langfristig zu sichern. „Wir werden jetzt für den Geschäftsbetrieb einen Kaufpreis in Höhe von 5.000 Euro entrichten und dann, gestreckt über die Anmietdauer des Standortes Rehlingen, einen weiteren Betrag in Höhe von 60.000 Euro für das Anlagevermögen bezahlen“, sagt der zuständige Jurist Alexander Mohr.

Mietvertrag für Merzig läuft zwei Jahre

Der neue Geschäftsführer der Lebenshilfe Rudi Gessner schaut zuversichtlich in die Zukunft. „Ich bin sehr froh darüber, dass wir jetzt am 1.4. den Betrieb dann übernommen haben und dann ans Netz gehen und produzieren können.“

Die Hoffnung gerade der jungen Mitarbeiter hat sich erfüllt. „Ich hatte immer die Hoffnung, dass es im Betrieb weitergeht und dass so ein toller Betrieb so schnell nicht untergeht“, sagt eine Auszubildende.

Der Mietvertrag für Merzig wird erst mal zwei Jahre laufen. Dann wird geprüft, ob der Standort noch rentabel ist. Im Falle einer Schließung würden alle Beschäftigten in Rehlingen angestellt.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Region vom 16.03.2019 berichtet.

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