Umweltministerin Petra Berg (Foto: Imago/BeckerBredel)

Umweltministerin Berg: Genug neues Grundwasser im Saarland

Christian Leistenschneider   12.08.2022 | 12:51 Uhr

Im Saarland wird trotz der Klimaveränderung genug Grundwasser gebildet. Das zeigten neuere Daten des Deutschen Wetterdienstes, sagte Umweltministerin Petra Berg. In Spitzenzeiten könnte die Fördermenge allerdings vereinzelt an die Auslastungsgrenze geraten.

Große Hitze und anhaltende Dürren belasten auch in saarländischen Sommern zunehmend Natur und Landwirtschaft. Die saarländische Grundwasserneubildung wird nach Angaben von Saar-Umweltministerin Petra Berg (SPD) davon aber nicht beeinträchtigt.

"Das Grundwasser wird hauptsächlich im Winter gebildet. Und da gibt es im Saarland genug Niederschlag", sagte Berg bei einem Pressegespräch in Saarbrücken. Dass das Saarland grundsätzlich weniger mit Grundwasserknappheit zu kämpfen hat als Nachbargebiete wie das Département Moselle oder Luxemburg, liegt laut Berg auch an der Beschaffenheit des Bodens mit vorwiegend Buntsandstein.

Video [aktueller bericht, 12.08.2022, Länge: 3:07 Min.]
Keine Probleme mit dem Grundwasser laut Umweltministerium

Berg beruft sich auf neue Daten

Berg betonte, dass es aktuelle Daten seien, die die gute Grundwassersituation im Saarland zeigten. Zwar datiere die letzte Veröffentlichung der offiziellen Erhebung zu dem Thema aus der Mitte der 1990er Jahre. Der Deutsche Wetterdienst erfasse die Daten jedoch jährlich, und die Ergebnisse einer neuen längerfristigen Referenzperiode lägen seit 2020 ebenfalls bereits vor.

Demgemäß gebe es keine Anhaltspunkte für wesentliche Änderungen bei der Grundwasserneubildung. Der Trend bei der Niederschlagsmenge gehe sogar nach oben.

Saarländische Natur- und Umweltschutzorganisationen hatten zuvor Kritik an Bergs Aussagen zur Grundwasserneubildung geäußert und die Aktualität der Datengrundlage infrage gestellt.

Erhöhter Verbrauch belastet Infrastruktur

Dennoch habe die Hitze natürlich Auswirkungen auf das Trinkwassersystem im Saarland, sagte Berg. Viele Menschen verbrauchten bei großer Trockenheit mehr Wasser, etwa zum Trinken oder um Pools zu füllen.

Durch den erhöhten Wasserverbrauch könne die Infrastruktur zweitweise an ihre Grenzen geraten, vor allem bei den Förderkapazitäten. Deswegen könnte in einzelnen Gemeinden zu Hochzeiten auch zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser aufgerufen werden. Berg rechnet damit, dass in den nächsten Wochen noch weitere Gemeinden mit diesem Aufruf folgen werden.

Berg kündigte einen "Masterplan Wasserversorgung" an, der auch dieses Thema berücksichtigen solle. Die Ministerin betonte jedoch, dass der Trinkwasserversorgung der Bürger per Gesetz bereits höchste Priorität eingeräumt werde. Insgesamt sei der Trinkwasserverbrauch im Saarland seit den 1980er Jahren um rund ein Drittel zurückgegangen.

Umweltministerin Berg, die Wasserversorgung und der ÖPNV
Audio [SR 3, Denise Friemann, 12.08.2022, Länge: 02:56 Min.]
Umweltministerin Berg, die Wasserversorgung und der ÖPNV

Neun-Euro-Ticket: Keine regionale Fortführung

Weiter erklärte Berg, dass es im Saarland keine regionale Fortführung des Neun-Euro-Tickets geben wird, wenn dieses im September ausläuft. Auch das im Wahlprogramm versprochene 365-Euro-Ticket für junge Menschen sei zumindest für den Haushaltsplan 2023 vom Tisch. Ohne die Hilfe vom Bund sei dieses nicht finanzierbar, so Berg. Das Saarland werde demnach zu seinem alten Tarifmodell für Bus- und Bahntickets zurückkehren.

Laut Berg ist aber ein Linienbedarfsverkehr geplant, der vor allem Personen im ländlichen Raum auf Abruf zu Verkehrsknotenpunkten transportieren soll. Für entsprechende Konzepte sei eine Fördersumme von 1,5 Millionen Euro vorgesehen.

Klimaschutzgesetz bis Ende 2022

Berg kündigte zudem an, dass sie bis Jahresende ein Klimaschutzgesetz im Landtag einbringen will. Ein interner "rudimentärer" Entwurf liege bereits vor, der müsse aber in einem Abstimmungsprozess mit beteiligten Stellen konkretisiert werden.

Das saarländische Klimaschutzgesetz werde an das entsprechende Bundesgesetz und an europäische Vorgaben angepasst sein, sagte Berg. Sein Inhalt soll die Umsetzung der dort vorgegebenen Klimaziele ermöglichen. Alle Maßnahmen etwa in der Industrie oder der Landwirtschaft oder auch Genehmigungsfragen müssten dann an dem Gesetz orientiert sein.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 12.08.2022 berichtet.

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