Daniel Günther steht nah Bekanntgabe der Prognose bei einer CDU-Wahlparty auf der Bühne (Foto: picture alliance/dpa | Christian Charisius)

Günthers Popularität pusht CDU zum Wahlsieg

Thomas Braun / mit Informationen von Emil Mura   09.05.2022 | 16:20 Uhr

Die CDU hat die Landtagswahl in Schleswig-Holstein klar gewonnen. Die SPD hingegen - im Saarland noch der strahlende Wahlsieger - hat eine historische Niederlage hinnehmen müssen. Die SPD-Fraktion im Saar-Landtag macht das Ergebnis vor allem am populären Ministerpräsidenten fest und sieht, wie alle anderen Fraktionen auch, keine Vorzeichen für die NRW-Wahl kommende Woche.

Zunächst der Wahlsieg im Bund, dann der große Erfolg bei der Landtagswahl im Saarland mit einer absoluten Mehrheit: Die SPD schien zurück in der Erfolgsspur - und muss jetzt eine historische Schlappe in Schleswig-Holstein verkraften.

Historisch schlechtes Ergebnis für die SPD

Die Sozialdemokraten stürzten dort am Sonntag bei der Landtagswahl nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis auf 16,0 Prozent ab - das schlechteste Wahlergebnis, das die Partei jemals in dem nördlichsten Bundesland erzielt hat.

Die SPD-Fraktion im saarländischen Landtag hat am Montag entsprechend enttäuscht reagiert, sprach von einem bitteren Ergebnis. Allerdings könne man daraus weder eine Klatsche für die Arbeit der Bundesregierung noch Vorzeichen für die kommende Woche anstehende Landtagswahl in NRW ableiten.

Commerçon: Günther zeigte geschlossene Mannschaftsleistung

Der deutliche Wahlsieg der CDU, die mit 43,4 Prozent ihr bestes Ergebnis seit den 1980er Jahren einfuhr, sei vielmehr auf die Popularität des Spitzenkandidaten und Amtsinhabers zurückzuführen.

Daniel Günther habe eine geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt und seinen Koalitionspartnern FDP und Grünen ausreichend Raum gelassen. Das sei gut angekommen - so die Meinung des SPD-Fraktionsvorsitzenden Ulrich Commerçon.

Der Sonntag in Nordrhein-Westfalen stehe unter völlig anderen Rahmenbedingungen. "Dort haben wir es mit einem Spitzenkandidaten zu tun, der quasi gleich auf liegt mit dem amtierenden Ministerpräsidenten", so Commerçon.

CDU hofft auf positive Stimmung

Auch die CDU im Landtag glaubt nicht, dass sich das Wahlergebnis so einfach auf Nordrhein-Westfalen übertragen lässt. Trotzdem hofft die CDU die positive Stimmung mitnehmen zu können, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Hermann Scharf optimistisch. Hier im Saarland werde die CDU dennoch nicht aufhören, ihre Fehler aufzuarbeiten.

AfD verpasst erstmals Wiedereinzug in Landesparlament

Die AfD hat mit 4,4 Prozent erstmals den Wiedereinzug in ein Landesparlament verpasst. Schleswig-Holstein ist damit derzeit der einzige Landtag, in dem die Partei nicht vertreten ist. Für den Fraktionsvorsitzenden der Saar-AfD Josef Dörr ein schmerzhaftes Ergebnis, das aber auch zeige, dass die AfD im Saarland mit ihrem Einzug ins Parlament eine besondere Leistung vollbracht habe.

Nur die Grünen können ebenfalls zulegen

Die einzige Partei, die in Schleswig-Holstein neben der CDU zulegen konnte, waren die Grünen, die mit 18,3 Prozent nun zweitstärkste Kraft sind. Thorsten Reif von den Saar-Grünen sieht das Ergebnis vor allem als Belohnung für die Regierungsarbeit.

Ebenfalls im Landtag vertreten sind mit 6,4 Prozent die FDP und mit 5,7 Prozent der Südschleswigsche Wählerverband SSW. Die Linken, die schon 2017 an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert waren, spielen mit nun 1,7 Prozent kaum noch eine Rolle.

Alle Infos zur Wahl in Schleswig-Holstein gibt es im Wahlspecial des NDR.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 09.05.2022.

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