Abgeordnete des Saarländischen Landtages bei der Sitzung in der Congresshalle, Bildungsministerin Streichert-Clivot am Rednerpult (Foto: SR Fernsehen)

Streichert-Clivot: Hygienekonzepte in Schulen funktionieren

mit Informationen von Roswitha Böhm / Onlinefassung: Daniel Dresen   26.08.2020 | 16:20 Uhr

Bei der Landtagsdebatte am Mittwoch hat Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) den Schulstart im Saarland trotz der Coronafälle positiv bewertet. Standortschließungen seien verhindert worden.

Die Situation an saarländischen Schulen ist kurzfristig auf die Tagesordnung des Landtages aufgenommen worden. Die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) hat in einer Regierungserklärung über die getroffenen Corona-Maßnahmen informiert. Kurz nach dem Schulstart in der vergangenen Woche waren an mehreren saarländischen Schulen ganze Klassen in Quarantäne geschickt worden.

Bildungsministerin bewertet die Hygienekonzepte an Schulen positiv
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 26.08.2020, Länge: 03:12 Min.]
Bildungsministerin bewertet die Hygienekonzepte an Schulen positiv

Keine Schulstandort-Schließungen

Dennoch hat Streichert-Clivot die Rückkehr zum Regelbetrieb an den saarländischen Schulen und die dafür getroffenen Coronamaßnahmen positiv bewertet. Die SPD-Politikerin sagte zu Beginn der Landtagssitzung, die bisherigen Entwicklungen stimmten zuversichtlich.

Bildungsdebatte im Landtag
Audio [SR 3, (c) SR/Florian Mayer, 26.08.2020, Länge: 03:14 Min.]
Bildungsdebatte im Landtag

Fast alle Schüler würden im Präsenzunterricht beschult. Zwar sei es zu vereinzelten Corona-Fällen gekommen, die Schließung ganzer Schulstandorte sei aber verhindert worden. Es sei das wichtigste Ziel, erneute Schulschließungen soweit wie möglich zu verhindern. Die getroffenen Maßnahmen würden greifen, die Meldeketten funktionierten, sagte Streichert-Clivot. So sei der Regelbetrieb an Kitas und Schulen auch möglich, wenn im Umfeld Corona-Infektionen aufträten.

Sie verteidigte zudem die Entscheidung, dass während des Unterrichts keine Masken getragen werden müssen. Das Zusammenspiel zwischen Mimik und Gestik würde das Lernen entscheidend fördern.

Konzept greift laut Ministerin

"Mein Fazit der ersten anderthalb Wochen: Unsere Konzepte greifen, unsere Meldeketten funktionieren, und das Saarland wird seinem Ruf als Land der kurzen Wege und schnellen Lösungen einmal mehr gerecht", so Streichert-Clivot.

Die Bildungsministerin kündigte erneut an, die Schulen im Saarland auch fit für die digitale Bildung zu machen. So seien bereits 12.000 Tablets für die sogenannte "Schulbuchausleihe 2.0" unterwegs. Die Pandemie mache deutlich, dass die Schulen - was digitale Ausstattung und Personal - angeht, besser ausgerüstet werden müssten. Auch Frank Wagner von der CDU-Fraktion sieht die Digitalisierung als drängendes Thema. Die Schulen seien auf einem sehr unterschiedlichen Niveau. Das gelte es nun anzugleichen.

Linke fordert kleinere Lerngruppen

Die Linke im Landtag lehnt - ebenso wie die Landesregierung - eine erneute komplette Schließung der Schulen im Saarland ab. Zugleich kritisierte die Linken-Abgeordnete Barbara Spaniol, dass es noch immer kein Konzept gebe, wie der Mindestabstand in den Schulen eingehalten werden kann. Es könne nicht sein, dass überall ein Mindestabstand von eineinhalb Metern eingehalten werden müsse, nur im Klassenraum gelte der nicht. Die Klassen seien zu groß, die Räume zu klein. Es brauche kleinere Lerngruppen und mehr Lehrpersonal.

Schulbus-Thema "verpennt"

Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine warf der Landesregierung vor, die Frage der überfüllten Schulbusse "verpennt" zu haben. Damit habe die Regierung auch Vertrauen der Bevölkerung in die Schutzmaßnahmen gegen das Corona-Virus verspielt. Auch AfD-Fraktionschef Josef Dörr kritisierte, dass die Regierung zu spät auf die Situation in den Schulbussen reagiert habe.

Am Dienstag hatte Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD) angekündigt, etwa 100 zusätzliche Schulbusse zur Verfügung zu stellen, um eine Überfüllung in Corona-Zeiten zu verhindern.

Seit Beginn des neuen Schuljahrs hatten Eltern, Schüler und Schulen über teils überfüllte Schulbusse geklagt.

Gesetze verabschiedet

In zweiter Lesung beschlossen die Abgeordneten bei der Landtagsdebatte am Mittwoch außerdem ein saarländisches Wohnungsaufsichtsgesetz, das Mindeststandards für Wohnungen festlegt. Auch ein dauerhaftes, inklusives Wahlrecht für Menschen, die aufgrund von Krankheit oder Behinderung auf eine Betreuungsperson angewiesen sind, wurde festgelegt.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 26.08.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja