Der saarländische Ministerpräsident bei der Landtagssitzung am 25.03.2021. (Foto: SR)

Hans sieht Saarland auf gutem Weg

  25.03.2021 | 11:27 Uhr

Laut dem saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans ist das Saarland im Kampf gegen die Corona-Pandemie auf einem guten Weg. So gehe die Zahl der Corona-Toten spürbar zurück, betonte Hans in seiner Regierungserklärung am Donnerstag. Dennoch müsse man alles daran setzen, die dritte Pandemiewelle zu bewältigen.

Die Landtagssitzung zum "Saarlandmodell"
Audio [SR 3, Florian Mayer, 25.03.2021, Länge: 03:10 Min.]
Die Landtagssitzung zum "Saarlandmodell"

Der Ministerpräsident erklärte, dass in der vergangenen Woche nur noch fünf Todesfälle in Zusammenhang mit Corona registriert wurden. In der Woche vom 15. bis zum 21. Februar seien es noch 36 gewesen. „Unsere Impfkampagne in Verbindung mit den vermehrten Testungen zeigt eine signifikante Wirkung." Es gebe mehr als 350 Orte, an denen Bürger mehrfach die Woche kostenfreie Antigen-Schnelltests machen könnten. Zudem sei die Impfquote hoch. Bislang seien rund 150.000 Impfungen gegen das Corona-Virus vorgenommen worden, davon 110.000 Erstimpfungen. Mit einer Quote von 11,4 Prozent bei den Erstimpfungen liege das Land an der Spitze der Bundesländer, sagte Hans.

"Die Erfolge im Ringen mit dem Virus geben uns Kraft und Zuversicht, was wir dringend brauchen. Denn bis zur endgültigen Bewältigung der Pandemie ist es noch ein weiter Weg“, so Hans.

"Mit die niedrigste Inzidenz"

Vor allem mit Blick auf die wieder ansteigenden Inzidenzwerte sei Vorsicht geboten. Das Infektionsgeschehen könne sich wieder sehr schnell verschärfen. Derzeit stehe das Saarland aber gut da. Bei einer Inzidenz von derzeit 70,8 sei man noch weit entfernt von der kritischen Marke von 100. „Wir haben konstant mit die niedrigste Inzidenz in ganz Deutschland“, so Hans.

Lockerungen mit tagesaktuellem Schnelltest

Mit Blick auf die geplanten Lockerungen im Saarland erklärte Hans, dass diese an den Nachweis eines tagesaktuellen negativen Schnelltests gebunden seien. „Wenn solch ein negativer Test vorliegt, dann können beispielsweise die Menschen in ihrem Garten mit Nachbarn endlich wieder gemeinsam grillen. Sie können sich mit Freunden auf der Außenterrasse eines Restaurants treffen oder auf dem Marktplatz ein Eis essen gehen.“

Weitere Öffnungen ab 18. April?

Sollte dieser Weg erfolgreich sein, stellte Hans zudem weitere Öffnungen in Aussicht. „Wir werden für die Zeit nach dem 18. April auch weitere Öffnungsschritte in Erwägung ziehen – in der Gastronomie, im Bereich des Ehrenamts, in den Schulen“, so der Ministerpräsident.

Zunächst müsse aber die vollständige Kontaktnachverfolgung digital erfolgen und die dafür technischen Voraussetzungen geschaffen werden. Zudem müssten die geltenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen akribisch eingehalten werden. Sollten die Inzidenzwerte exponentiell steigen, müsse man als Folge die Öffnungsschritte wieder aufheben.

Lafontaine begrüßt Fehlerkorrektur

Die Opposition im saarländischen Landtag begrüßte die Entscheidung der Landesregierung zum "Modellprojekt Saarland". Der Fraktionsvorsitzende der Linken, Oskar Lafontaine, sagte: "Es ist gut, dass wir uns auf einen Weg geeinigt haben. Und es ist gut, dass wir immer wieder versuchen, Fehler zu korrigieren."

Gleichzeitig forderterte Lafontaine, die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie auszuweiten. Unter anderem sollte die Entwicklung von Medikamenten für Erkrankte vorangetrieben werden. Außerdem sprach er sich dafür aus, den öffentlichen Personennahverkehr im Grenzbereich wieder zu ermöglichen.

AfD bemängelt zu wenige Zweitimpfungen

AfD-Fraktionschef Josef Dörr kritisierte vor allem die Politik der Bundeskanzlerin. Es sei nicht ihre Aufgabe, die Gesundheitspolitik der Länder zu regeln. Außerdem warf er der Landesregierung vor, dass die Impfungen nicht schnell genug voranschritten. Vier Prozent Zweitimpfungen im Land seien noch lange kein Erfolg.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 25.03.2021 berichtet.

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