Ein Landarzt im Einsatz (Foto: picture alliance/Armin Weigel/dpa)

Landtag beschließt Landarztquote

Florian Mayer / Onlinefassung: Anne Staut   13.05.2020 | 19:03 Uhr

Der Landtag hat am Mittwoch einstimmig das sogenannte Landarztgesetz beschlossen. Es senkt die Hürden für die Aufnahme eines Medizinstudiums für Studenten, wenn die sich im Gegenzug vertraglich dazu verpflichten, nach ihrem Studium zehn Jahre als Hausarzt im ländlichen Raum zu arbeiten.

Dass das Landarztgesetz ein wichtiger Baustein in der Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung im ländlichen Saarland ist, darüber waren sich alle Fraktionen einig. Die Vertragsstrafe von bis zu 250.000 Euro sorgte allerdings für eine kurze Debatte.

Linken-Abgeordnete Astrid Schramm wies darauf hin, dass Studienabbrecher nicht unter die Strafregelung fallen dürften. Rudolf Müller von der AfD forderte, den Strafbetrag zu indexieren, damit eine mögliche Inflation entsprechend berücksichtigt werden könne.

AfD-Vorschlag abgelehnt

Der AfD-Vorschlag wurde abgelehnt. Mit Blick auf Studienabbrecher sicherte Raphael Schäfer (CDU) zu, dass die Strafen nur für all jene fällig werden, die ein Medizinstudium erfolgreich abgeschlossen, ihre Praxis danach aber nicht im Saarland eröffnet haben.

Die SPD-Abgeordnete Martina Holzner fügte hinzu, dass das Gesetz einen Ermessensspielraum lasse, um die Höhe der Strafe dem sozialen Hintergrund des Studierenden anzupassen.

Bewerbungsstart am 21. Mai

Mit der Landarztquote gehen 7,8 Prozent der Studienplätze für Humanmedizin vorab an Bewerber, die sich verpflichten, nach ihrem Studium zehn Jahre als Hausarzt im ländlichen Raum zu arbeiten. Im kommenden Wintersemester sollen nach Angaben des Gesundheitsministeriums an der Universität des Saarlandes voraussichtlich 22 dieser Studienplätze angeboten werden. Das Bewerbungsverfahren soll am 21. Mai starten.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 13.05.2020 berichtet.

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