Ein Schüler hält einen negativen Antigen-Test (Foto: picture alliance/dpa | Christoph Soeder)

Landkreistag fordert längeren Testzeitraum nach Coronafall in Schule

  13.12.2021 | 20:27 Uhr

Der Landkreistag im Saarland fordert, dass bei einem Coronafall in einer Schule länger tägliche Tests durchgeführt werden als bisher. Die Betroffenen sollen sich nun an acht Tagen in Folge auf eine mögliche Infektion testen. Gleichzeitig will der Landkreistag Quarantäneanordnungen weiterhin auf das Notwendige beschränken.

Der Landkreistag spricht sich dafür aus, bei einem Coronafall in einer Schule die täglichen Tests auf acht Tage auszuweiten. Bislang gilt: Gibt es einen positiven Coronafall in einer Klasse muss lediglich die betreffende Person in Quarantäne. Die Kontaktpersonen müssen danach an fünf aufeinanderfolgenden Schultagen einen Schnelltest machen.

Es habe sich gezeigt, dass Tests an fünf Tagen nicht die bestmögliche Sicherheit böten, so der Landkreistag. Grund dafür sei, dass Ansteckungen oft erst zwischen dem fünften und achten Tag erkennbar seien.

Quarantäne auf das Notwendige beschränken

An der Quarantäneregelung möchte der Landkreistag hingegen festhalten. Die derzeitigen Regelungen hierzu seien ausreichend, da bei einem täglichen Test früh Ansteckungen erkannt würden.

"Die Bildungsteilhabe junger Menschen ist uns sehr wichtig. Deshalb wollen wir die Zahl von Quarantäneanordnungen weiterhin auf das Notwendige beschränken", sagte der Vorsitzende des Landeskreistag, Landrat Patrik Lauer (SPD).

Regionalverband hält an Position fest

In der vergangenen Woche hatte sich der Regionalverband angesichts der steigenden Infektionszahlen an Schulen für strengere Quarantäneregeln ausgesprochen. Unter anderem sollte die Quarantäne auch auf die Kontaktpersonen ausgeweitet und auf sieben Tage verlängert werden. Der Landkreistag habe sich aufgrund dieser Forderung nochmal mit dem Thema beschäftigt und sei von der ursprünglichen Haltung abgerückt, teilte der Regionalverbandsdirektor Peter Gillo auf SR-Anfrage mit.

Die Lage in den saarländischen Landkreisen sei durchaus unterschiedlich und werde dort auch unterschiedlich bewertet. Die Forderung des saarländischen Landkreistages sei daher ein Kompromiss und bilde nur den kleinsten gemeinsamen Nenner. Dieser sei jedoch für die Situation für den Regionalverband nicht ausreichend. Er wolle deshalb auch an seiner Position weiter festhalten, so Gillo.

"Die derzeitige Möglichkeit der frühzeitigen Freitestung mittels Schnelltests sorgt für viele Folgefälle und oftmals immer neue Quarantäne-Anordnungen und -Enden in einer Klasse. Das erschwert nicht nur die Arbeit des Gesundheitsamtes, sondern auch das Leben der Kinder und Eltern", sagte der Regionalverbandsdirektor.

Landkreistag für verpflichtende Tests in Kitas

Außerdem plädiert der Landkreistag für verpflichtende Tests in Kindertagesstätten, um Eltern und Kindern die notwendige Sicherheit zu geben. "Alle Kinder, die den Lolli-Test in der Praxis machen können, sollten verpflichtend getestet werden", so Lauer. Wer sein Kind nicht testen lassen möchte, müsse es dann zu Hause betreuen.

Absonderungsverordnung wird nicht angepasst
Weiterhin keine Schnelltests für Krippenkinder

Zum Artikel: Weiterhin keine Schnelltests für Krippenkinder.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 13.12.2021 berichtet.

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