Illustration: Schüler rennen an einer Tafel mit der Aufschrift "Hitze frei" vorbei. "Frei" ist durchgestrichen. (Foto: SR/picture alliance / dpa | Sebastian Kahnert)

Landesschülervertretung fordert einheitliche Hitzefrei-Regeln

mit Informationen von Oliver Buchholz   18.07.2022 | 13:07 Uhr

Die Temperaturen im Saarland klettern dieser Tage auf mehr als 35 Grad, Hitzefrei gibt es an den Schulen seit dem Schuljahr 2006/2007 aber nicht mehr. Stattdessen gelten unterschiedliche Regelungen zum Umgang mit Hitze. Die Landesschülervertretung kritisiert das.

Die Landesschülervertretung hat das Bildungsministerium dazu aufgefordert, einheitliche Hitzefrei-Regeln zu schaffen. Aktuell gehe jede Schule anders mit dem Thema um.

Der stellvertretende Landesschülersprecher des Saarlandes, Robin Pattard, teilte dem SR auf Anfrage mit, dass man eine Regelung ähnlich der in Baden-Württemberg bevorzuge. Dort kann die Schulleitung ab der vierten Schulstunde ein Hitzefrei aussprechen, wenn um 11.00 Uhr 25 Grad Celsius überschritten werden.

Eltern gegen Neuregelung

Die Gesamtlandeselternvertretung plädiert dafür, die aktuelle Handhabe beizubehalten, weil es schwierig sei, die Betreuung insbesondere jüngerer Schülerinnen und Schüler kurzfristig zu organisieren. Das sei unzuträglich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Für wen gibt es hitzefrei?
Audio [SR 3, Oliver Buchholz (c) SR, 18.07.2022, Länge: 04:45 Min.]
Für wen gibt es hitzefrei?

Aktuelle Hitzefrei-Regelungen

Ein „Hitzefrei-Erlass“ des Landes wurde 2006 abgeschafft. So gab es nach Angaben des Bildungsministeriums damals den Wunsch nach verlässlichen Unterrichtszeiten und einer gesicherten Betreuung, um das Familien- und Berufsleben vereinbaren zu können. Außerdem sollte der Unterrichtsausfall möglichst reduziert werden.

Jede Schule müsse aber das Wohl der Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte gewährleisten, hieß es seinerzeit vom Bildungsministerium.

Das empfiehlt das Ministerium

Sind Klassenzimmer, Aufenthaltsräume und Außenareal überhitzt, empfiehlt das Ministerium geeignetere Orte aufzusuchen. So könnten anstelle von Unterricht zum Beispiel Waldexkursionen, Schwimmbadbesuche oder ähnliche Unternehmungen veranstaltet werden.

Wenn erträgliche Bedingungen nicht gewährleistet werden können, können die Schulen mit Einverständnis der Eltern und wenn entsprechende Busse zur Verfügung stehen, Schülerinnen und Schüler auch vorzeitig nach Hause schicken.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 18.07.2022 berichtet.

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja