Eine Erzieherin spielt in einer Kindertagesstätte hinter einer Rollbahn mit Kindern (Foto: picture alliance/dpa | Uwe Anspach)

Landesregierung will für mehr Personal in Kitas sorgen

mit Informationen von Janek Böffel   09.11.2021 | 15:45 Uhr

Die Landesregierung will die Personalsituation in saarländischen Kitas verbessern. Dazu sollen unter anderem die Personalschlüssel konkretisiert werden. Geht es nach dem Bildungsministerium soll der Gesetzentwurf noch dieses Jahr vom Landtag verabschiedet werden.

Im Hinblick auf den Betreuungsschlüssel in saarländischen Krippen und Kindergärten, stehe das Saarland im Bundesvergleich recht gut da, findet Bildungsministerin Streichert-Clivot (SPD). In saarländischen Kitas käme im Schnitt eine Fachkraft auf 3,9 Kinder, in den Kindergärten eine Fachkraft auf 9,6 Kinder.

Betreuungsschlüssel bildet Realität nicht ab

Doch bildet dieser Betreuungsschlüssel nicht die tastächliche Situation in saarländischen Kitas und Kindergärten ab. Mit dem geplanten Gesetz des Bildungsministeriums soll er in Zukunft nicht mehr schöner gerechnet werden können, als er ist.

Neues Kinderbetreungs- und Bildungsgesetz
Audio [SR 3, Janek Böffel, 09.11.2021, Länge: 03:00 Min.]
Neues Kinderbetreungs- und Bildungsgesetz

Das heißt unter anderem: Auszubildende und Hauswirtschaftskräfte sollen in Zukunft nicht mehr auf den Personalschlüssel zur Kinderbetreuung angerechnet werden können. „Wenn eine Hauswirtschafskraft in der Regel in der Küche steht und das Essen vorbereitet, kann sie nicht gleichzeitig auf die Kinder aufpassen“, so Streichert-Clivot.

Auch die Zeit, die die Erzieherinnen und Erzieher in die Betreuung von Auszubildenden stecken, muss nach dem Plan des Bildungsministeriums ausgeglichen werden.

Öffnung für verwandte Berufsfelder

Im Gegenzug soll es aber möglich werden, beispielsweise Sozialpädagoginnen, Kinderkrankenpfleger oder Heilerziehungspfleger anzustellen. Auch französische Fachkräfte sollen per Gesetz anerkannt werden. Man wolle durch das geplante Gesetz sowohl die Betreuungssituation als auch die Qualität weiter verbessern, so Bildungsministerin Streichert-Clivot.

Künftiger Personalbedarf unklar

Allerdings wird damit auch der Personalbedarf in den kommenden Jahren steigen. Man bilde derzeit rund 2000 Fachkräfte aus, so Streichert-Clivot. Wie hoch der tatsächliche Personalbedarf sein wird, dazu gebe es allerdings keine Zahlen.

Über dieses Thema berichtet auch die Region am Nachmittag am 09.11.2021.

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