Ein "Arztpraxis"-Schild hängt an einem älteren Haus. (Foto: dpa)

Besonders Landärzte profitieren von Privatpatienten

  23.06.2019 | 08:59 Uhr

Privatpatienten bringen Ärzten im ländlichen Raum des Saarlandes höhere Mehreinnahmen als im Regionalverband. Auf die Ärztedichte hat das aber keine Auswirkungen.

Im Landkreis Merzig-Wadern erwirtschaftet ein niedergelassener Arzt durch die höheren Honorare, die er Privatpatienten für bestimmte Leistungen im Vergleich zu Kassenpatienten in Rechnung stellen kann, 55.611 Euro mehr Umsatz. In St. Wendel sind es gar 62.838 Euro. Im Regionalverband Saarbrücken sind es mit 37.849 Euro deutlich weniger. Diese Zahlen stammen aus dem Regionalatlas Saarland, der vom Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) herausgegeben wird.

Die höheren Einnahmemöglichkeiten durch Privatpatienten sorgen aber offenbar nicht dafür, dass mehr Ärzte aufs Land ziehen. So ist die Medizinerdichte rund um die Landeshauptstadt mit 221 Ärzten je 100.000 Einwohner um einiges höher als im Nordsaarland (Merzig-Wadern: 145, St. Wendel: 164).


Aus Sicht der PKV widerlegen diese Zahlen die These, wonach sich Ärzte besonders in Metropolen und größeren Städten niederlassen, weil sie dort mehr privatversicherte Patienten erwarten. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte sich in einem Interview dahingehend geäußert.

Grund für die geringeren Mehreinnahmen in größeren Stadt- oder Ballungsgebieten seien höhere Mieten, Gehälter und andere ärztliche Kosten, die die Erträge schrumpfen ließen. Dass dennoch viele Mediziner eher in die Stadt als aufs Land ziehen, schreibt die PKV Faktoren wie Urbanität, Work-Life-Balance und dem (Arbeits-)Umfeld für Partner und Familie zu.

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