Geldscheine mit dem Umriss des Saarlandes (Foto: SR)

Land will künftig bei Firmen in Finanznot einsteigen

  27.07.2020 | 16:21 Uhr

Das Saarland will sich in Zukunft an finanziell angeschlagenen Unternehmen beteiligen. Damit will das Saarland die Folgen des Strukturwandels abfangen, die durch die Coronapandemie noch einmal verstärkt wurden.

Bislang stehen laut Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) 40 Millionen Euro für einen Beteiligungsfonds des Landes bereit. Damit könne man insgesamt ein Volumen von 200 Millionen Euro zur Verfügung stellen, sagte Rehlinger im Sommergespräch in Saarbrücken.

Hilfe an Auflagen geknüpft

Wie die Landesregierung eine Corona-Pleitewelle verhindern will
Audio [SR 3, Yvonne Schleinhege, 27.07.2020, Länge: 03:16 Min.]
Wie die Landesregierung eine Corona-Pleitewelle verhindern will

Damit sich das Land an einem Unternehmen beteiligt, müssen laut der Nachrichtenagentur dpa jedoch bestimmte Voraussetzungen gelten. Demnach unterstütze das Land Unternehmen, die eine positive Fortführungsprognose hätten, die über eine Mitarbeitervertretung verfügen und die die Hilfe auch wollen.

Ziel sei es, zu verhindern, "dass Heuschrecken, die übers Land ziehen und gute Unternehmen, die nur zwischenzeitlich in Schwierigkeiten geraten sind, kaufen, dann das Tafelsilber verhökern und am Ende bleibt nichts anderes außer einer Hülle und den zukünftigen Arbeitslosen übrig", so Rehlinger.

Transformationsgesellschaft geplant

Um den Unternehmen neue Perspektiven zu geben, plant die saarländische Landesregierung eine Transformationsgesellschaft für Arbeitnehmer, die von Jobverlust bedroht sind. Sie soll bis zum Spätherbst eingerichtet werden. Wirtschaftsministerin Rehlinger sagte, Beschäftigte sollten nicht erst in die Arbeitslosigkeit geschickt werden und dann sich selbst überlassen bleiben.

Daher wolle man Betriebe miteinander in Kontakt bringen - um Möglichkeiten zu finden, betroffene Arbeitnehmer an anderer Stelle einzusetzen. Das Land helfe bei der Vermittlung. Dafür habe man im Nachtragshaushalt bereits 500.000 Euro bereitgestellt.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 27.07.2020 berichtet.

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