Oskar Lafontaine (Foto: Felix Schneider/SR)

Verärgerung über Lafontaine-Aussage zu Flüchtlingen

Florian Mayer   05.10.2020 | 16:16 Uhr

Der saarländische Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine sorgt mit einer Aussage zu den Sozialkosten für Flüchtlinge für Aufsehen. Die SPD zeigt sich empört, Lafontaines eigene Fraktion sieht hingegen keinen Grund zur Aufregung.

Auf einer Veranstaltung mit Thilo Sarrazin und Peter Gauweiler soll Lafontaine gesagt haben, dass „jedes unbegleitete Flüchtlingskind“ monatlich 5000 Euro koste. Das sei aus seiner Sicht ungerecht und einer „Sozialrentnerin“ nicht guten Gewissens zu erklären.

"Unerträglich" findet das der Fraktionsvorsitzende der Saar-SPD, Ulrich Commerçon. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD, Rudolf Müller, lobte dagegen die Aussagen Lafontaines als „sehr vernünftige Äußerungen“. Mit Blick auf seine eigene Partei fügt er hinzu: Man sei in den Ansichten gar nicht so weit auseinander.

Flackus sieht keinen Diskussionsbedarf

Wesentlich zurückhaltender zeigten sich dagegen CDU und Lafontaines eigene Fraktion. Der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion Stefan Thielen wollte Lafontaines Kritik nicht weiter bewerten. Die sei nicht neu und in Ausschüssen auch schon mehrfach im Detail ausgeführt worden.

Ähnlich die Reaktion von Jochen Flackus, Parlamentarischer Geschäftsführer der Linken. Das Thema sei in der Fraktion nicht diskutiert worden. Es gebe auch keinen Grund, den Fraktionsvorsitzenden kritisch zu befragen, erklärte Flackus.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 05.10.2020 berichtet.

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