Warnschild an einem Schießstand (Foto: picture alliance / Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa)

Grüne fordern Lärmschutz für Merziger Wölfe

Steffani Balle / Onlinefassung: Daniel Dresen und Axel Wagner   14.01.2020 | 12:16 Uhr

Die Merziger Grünen fordern einen besseren Lärmschutz am Schießstand des Schützenvereins gegenüber dem Wolfspark. Der Lärm habe in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Merzigs Bürgermeister Hoffeld und Vereinspräsident Laubenthal sind jedoch keine Anwohnerbeschwerden bekannt.

Diskussion über Lärmschutz am Schießstand gegenüber dem Wolfspark
Audio [SR 3, Steffani Balle , 14.01.2020, Länge: 03:05 Min.]
Diskussion über Lärmschutz am Schießstand gegenüber dem Wolfspark

Die Grünen hätten einen Antrag für die nächste Stadtratssitzung gestellt, so der Vorsitzende der Stadtratsfraktion Klaus Borger. Der Lärm durch großkalibrige Geschütze habe in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Die Grünen wollen eine Debatte darüber im Stadtrat initiieren. Eine weitere Forderung der Grünen: Die Stadt Merzig soll den Schützenverein finanziell unterstützen, falls zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen ergriffen werden sollen.

Keine Beschwerden bekannt

Bürgermeister Marcus Hoffeld (CDU) reagierte überrascht: Ihm seien keine Anwohnerbeschwerden wegen des Schützenlärms bekannt. Auch bei Johannes Laubenthal, Präsident des Schützenvereins, sorgten die Forderungen der Grünen für Unverständnis. Das Verhältnis zwischen Schützen und Wolfspark sei freundschaftlich.

Das Argument des Schützenvereins, die Wölfe hätten sich an das Schießen gewöhnt, lässt Klaus Borger, Grünen-Fraktionssprecher im Stadtrat nicht gelten. Das Konzept des Wolfsparks sei, Natur und Wolfserlebnis zu verkaufen. Die Menschen hier hätten ihn angesprochen und kritisiert, dass bis 22.00 Uhr „intensivst“ geschossen werde. Das wiederum störe die Menschen, auch in der kleinen Gastronomie vor Ort. „Das ist ja keine Erfindung von uns.“

Gründe für Antrag unklar

Dass es den Grünen möglicherweise mehr um die Attraktivität der neu zu verpachtenden Gaststätte gehen könnte, diese Mutmaßung weist Borger weit von sich. Bürgermeister Hoffeld zeigte sich verwundert über den Zeitpunkt des Antrags. Er liege erst seit wenigen Tagen vor. „Der Antragsteller wird dann mit Sicherheit auch begründen können, wieso jetzt solch ein Antrag kommt.“ Der Präsident des Schützenvereins Merzig, Johannes Laubenthal, vermutet dahinter „wahlpolitische Interessen“.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Rundschau vom 14.01.2020 berichtet.

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