viele Personen in einer Innenstadt (Foto: dpa)

Händler skeptisch wegen längerer Öffnungszeiten

Michael Schneider   21.08.2018 | 15:27 Uhr

Der Einzelhandel reagiert skeptisch auf Pläne der Stadt Saarbrücken, die Ladenöffnungszeiten auszuweiten. Der Bauausschuss will morgen darüber beraten, ob im Bereich des St. Johanner Marktes Öffnungszeiten bis 22 Uhr erlaubt werden sollen. Dafür hat sich das Baudezernat einen Trick überlegt.

Die Idee: Einzelhändler sollen ihre Geschäfte länger öffnen dürfen, wenn sie neben Mode oder Schuhen auch etwas zum Essen und Trinken anbieten. Dann nämlich gehe es nicht mehr ums bloße Einkaufen, sondern um den Eventcharakter, so sieht es die Stadt. Und damit könnte das Saarländische Ladenöffnungsgesetz umgangen werden.

Keine Begeisterung bei den Händlern

Im Ansatz eine gute Idee, heißt es bei den Händlern. Sie rechnen aber nicht damit, dass es an ihrer Situation viel ändern werde. Schon jetzt seien die Geschäfte am Abend nicht mehr gut besucht, viele Läden müssten in letzter Zeit ganz aufgeben. Da nütze es wenig, ein ohnehin leeres Geschäft zwei Stunden länger offen zu halten. Die niedrige Frequentierung der Innenstädte sei ein europaweites Problem, sagte der Geschäftsführer eines Schuhladens dem SR. Es sei fraglich, ob Saarbrücken hier wirklich gegensteuern könne. Sinnvoll sind aus Sicht der Händler vielmehr Umwidmungen von Leerständen zu Gastronomie – das aber verhindert derzeit eine Veränderungssperre.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 21.08.2018 berichtet.

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