Das Blaulicht eines Polizeifahrzeuges (Foto: dpa/Patrick Seeger)

Unangemeldete Demos in Saarbrücken

  11.03.2018 | 19:56 Uhr

In der Saarbrücker Innenstadt haben unangemeldete Demonstrationen von Kurden am Samstagabend und Sonntagmittag für Aufsehen gesorgt. Die Kurden demonstrierten gegen die türkischen Angriffe auf die kurdische Region Afrin in Nordsyrien.

Wie die Polizei dem SR mitteilte, hatten sich am Samstagabend rund 450 Menschen gegen 22.00 Uhr spontan am Hauptbahnhof versammelt. Sie seien dann lautstark durch die Bahnhofsstraße und wieder zurück gezogen. Die Spontan-Demonstration sei friedlich verlaufen und war kurz vor Mitternacht beendet. Die Polizei war mit rund 40 Kräften im Einsatz, die aber nicht eingreifen mussten.

Am Sonntagmittag gab es in Saarbrücken vor der Europagalerie eine weitere Demonstration. Laut Polizei nahmen daran rund 200 Menschen teil. Anders als geplante, aber nicht vorangemeldete Demonstrationen bleiben solche spontanen Protestzüge nach Polizeiangaben ohne juristische Konsequenzen.

Türkei bereitet Belagerung Afrins vor

Die Kurden demonstrierten gegen die türkischen Angriffe in Afrin. Bereits im Januar hatte die Türkei ihre Offensive gegen die syrische Kurdenmiliz YPG in der Region gestartet. Am Freitag hatte der türkische Präsident Erdogan gesagt, dass sich die Truppen auf eine Belagerung Afrins vorbereiten. Nach Angaben der Aktivisten nahestehenden Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sind die Streitkräfte am Samstag bis kurz vor Afrin vorgerückt.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 11.03.2018 berichtet.

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