Teilnehmende der Demonstration Luftbrücke Jetzt stehen in Saarbrücken vor dem Staatstheater (Foto: Lisa Krauser / SR)

100 Teilnehmer bei Kundgebung zur Lage in Afghanistan

Lisa Krauser / Onlinefassung: Anne Staut   19.08.2021 | 07:03 Uhr

In Saarbrücken haben am Mittwochabend rund 100 Menschen vor dem Staatstheater eine Luftbrücke nach Afghanistan gefordert. Zu der Kundgebung hatten unter anderem die Grüne Jugend Saar, die Seebrücke Saar und die Linksjugend aufgerufen.

Wut und Fassungslosigkeit waren die beherrschenden Emotionen auf der Kundgebung vor dem Staatstheater am Mittwochabend. Rund 100 Menschen nahmen an der Veranstaltung teil, zu der unter anderem die Grüne Jugend Saar, die Seebrücke Saar und die Linksjugend aufgerufen hatten.

Luftbrücke gefordert

Politische Jugendorganisationen fordern Afghanistan-Luftbrücke
Audio [SR 3, Lisa Krauser , 19.08.2021, Länge: 03:09 Min.]
Politische Jugendorganisationen fordern Afghanistan-Luftbrücke

So viele Menschen wie möglich müssten jetzt über die Luftbrücke gerettet werden, und zwar nicht nur afghanische Ortskräfte, forderte Tim Gilzendegen, Sprecher der Grünen Jugend Saar. Vor allem Frauen, Kinder, politisch Aktive, religiöse Minderheiten, Journalistinnen und Journalisten und Menschen, die wegen ihrer sexuellen Ortientierung verfolgt werden, müssten auf sicherem Weg nach Deutschland gebracht werden.

Hierzu sollen, so eine Forderung bei der Kundgebung, sichere Fluchtwege und Aufnahmekapazitäten für Schutzsuchende geschaffen werden. Seebrücke-Saar-Sprecher Tim Schweißer sagte, wenn die Bundesregierung nicht sofort handele, mache sie sich am Tod tausender Menschen mitverantwortlich.

Keine Zeit vergeuden

Die Bundesregierung und die internationale Staatengemeinschaft haben versagt, so Lara Wörner von der Seebrücke Saar. Versagt, die vorhersehbare Katastrophe, die sich jetzt ereignet, zu verhindern oder mit einfachen Maßnahmen abzumildern.

Eine Sprecherin von Omas gegen Rechts kritisierte, die Bundesregierung habe sich ihrer Verantwortung entzogen. Jetzt sei es wichtig, unbürokratisch zu handeln und keine Zeit zu vergeuden. Die Omas gegen Rechts betonten außerdem, es gebe viele Kommunen, die bereit seien, Menschen aus Afghanistan aufzunehmen.

Saarlandbrigade beteiligt sich an Evakuierung

Die Bundesregierung hatte in den vergangenen Tagen geschätzt, dass allein Deutschland rund 10.000 Personen aus Afghanistan evakuieren müsse. Auch die Saarlandbrigade ist an dem Einsatz beteiligt. Geleitet wird die Evakuierung in Kabul durch den Kommandeur der Saarlandbrigade Jens Arlt.

Im Saarland sind unterdessen bereits 19 Ortskräfte aus Afghanistan angekommen. Insgesamt sollen hier 30 Ortskräfte mit ihren Familien aufgenommen werden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 19.08.2021 berichtet.

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