Ein leeres Klassenzimmer (Foto: dpa/Sven Hoppe)

Rückkehr in den Präsenzunterricht wohl nicht vor Ende Januar

  04.01.2021 | 17:03 Uhr

Erst wenn die Infektionszahlen gesunken sind, sollen die Schulen stufenweise wieder geöffnet werden. Darauf hat sich die Kultusministerkonferenz verständigt. Allerdings ist damit nicht vor dem Ende des Lockdowns zu rechnen - und der wird möglicherweise bis zum 31. Januar verlängert.

Am Dienstag entscheidet die Ministerpräsidentenkonferenz zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über eine mögliche Fortführung des Lockdowns. Doch schon jetzt zeichnet sich eine Verlängerung des Lockdowns bis Ende Januar ab. Wie die Nachrichtenagentur dpa meldet, hat sich die Mehrheit der Ministerpräsidenten bereits für eine solche Verlängerung bis zum 31. Januar ausgesprochen.

Bildungsministerin Streichert-Clivot zum Schulstart mit im Lockdown
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 04.01.2021, Länge: 03:43 Min.]
Bildungsministerin Streichert-Clivot zum Schulstart mit im Lockdown

Die Kultusminister haben sich bereits am Montag darauf verständigt, dass die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts an den Schulen von einer Lockerung des derzeit geltenden Lockdowns abhängig gemacht werden soll. Das bedeutet: Vor dem Ende des Lockdowns gibt es weiter keinen Präsenzunterricht.

Kultusminister planen dreistufige Rückkehr

Sobald es die Infektionszahlen zulassen soll dann ein dreistufiges Verfahren für den Neustart an den Schulen angewandt werden. Erst dürfen demnach die Klassenstufen 1 bis 6 in den Präsenzunterricht zurückkehren. In Stufe zwei soll es dann ergänzenden Wechselunterricht an den allgemeinbildenden und beruflichen weiterführenden Schulen ab Jahrgangsstufe 7 geben. Ein Teil der Schüler soll dann in Präsenz beschult werden, ein Teil im Homeschooling bleiben.

Erst eine dritte Stufe sieht die vollständige Rückkehr in den Regelbetrieb an allen Schulen vor. Ausnahmen soll es weiterhin für Abschlussklassen geben, damit deren Vorbereitung auf Prüfungen "angemessen" begleitet werden könne.

Streichert-Clivot wirbt um Verständnis

Bildungsministerin Streichert-Clivot zum Schulstart
Audio [SR 3, Simin Sadeghi, 04.01.2021, Länge: 05:45 Min.]
Bildungsministerin Streichert-Clivot zum Schulstart

Die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot sagte im SR-Interview, sie wisse, dass die Eltern sich eine langfristige Perspektive wünschten. Aber dieses "Fahren auf Sicht", das kurzfristige Agieren, sei derzeit die einzige Möglichkeit. Es sei für alle Seiten "zermürbend", aber man müsse die Maßnahmen immer wieder an das aktuelle Infektionsgeschehen anpassen.

GEW fordert rechtzeitige Vorbereitung

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert, bereits jetzt, Vorkehrungen für die Zeit des Präsenzunterrichts zu treffen. "Damit, wenn die Fallzahlen es zulassen, ein Präsenzunterricht wieder ermöglicht werden kann, müssen bereits jetzt weitreichende Maßnahmen des Gesundheitsschutzes ergriffen werden", so die Landesvorsitzende Birgit Jenni. "Dazu gehören Teststrategien, Impfstrategien und die Beschaffung notwendiger Luftreinigungsgeräte."

Über dieses Thema berichten auch die SR-Hörfunknachrichten am 04.01.2021.

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