Der elektronische Personalausweis (Foto: dpa/Tim Brakemeier)

Fingerabdrücke im Ausweis sind künftig Pflicht

  06.11.2020 | 11:22 Uhr

Im Personalausweis muss ab August 2021 der Fingerabdruck des Inhabers gespeichert werden. Das sieht das Gesetz zur Stärkung der Sicherheit im Passwesen vor, das der Bundestag am Donnerstagabend verabschiedet hat.

Mit dem Beschluss des Bundestags müssen künftig in allen Personalausweisen jeweils zwei Fingerabdrücke hinterlegt werden. Alte Ausweise behalten allerdings ihre Gültigkeit. Mit dem Beschluss, der ab August 2021 gelten soll, wird europäisches Recht umgesetzt. Bislang war die Speicherung der Fingerabdrücke freiwillig.

Zudem muss laut Gesetzesbeschluss das Passbild ab 2025 ausschließlich digital erstellt und durch eine sichere Übermittlung an die Passbehörde gesendet werden. Es könne aber auch vor Ort bei der Behörde erstellt werden. Das gedruckte Foto aus dem Automaten oder vom Fotografen kann man dann also nicht mehr einfach selbst mitbringen.

Höchstmögliche Sicherheit angestrebt

Mit der Pflicht zu biometrischen Fotos soll künftig verhindert werden, dass mehrere Bilder durch das sogenannte Morphing zu einem verschmolzen werden.

Um ein höchstmögliches Sicherheitsniveau zu erreichen, war erwogen worden, dass die Lichtbilder nur vor Ort in den Behörden angefertigt werden dürfen. Dies wurde aber wegen der wirtschaftlichen Folgen für die Fotostudios verworfen. Das neue Gesetz ist aus Datenschutzgründen umstritten.

Änderungen für nicht-binäre Personen

Außerdem können Menschen, die sich keinem Geschlecht zuordnen, laut Gesetz künftig ein "X" in den Reisepass eintragen lassen statt "M" für Mann oder "F" für Frau. Diese Neuerung soll demnach schon früher in Kraft treten. Wenn der Bundesrat zustimmt und der Bundespräsident das Gesetz zügig unterzeichnet, könnte das noch im laufenden Jahr geschehen.

Wer sich bei den deutschen Behörden als divers oder ohne Geschlecht hat registrieren lassen, soll dennoch im Pass auch weiterhin an der bisherigen Geschlechtsangabe festhalten können. Das soll dem Schutz vor möglicher Diskriminierung beim Grenzübertritt dienen.

Kinderreisepässe nur noch ein Jahr gültig

Mit dem neuen Gesetz bleiben Kinderreisepässe außerdem statt bislang sechs Jahre künftig nur noch ein Jahr gültig, allerdings mit der Möglichkeit von Verlängerungen um jeweils ein Jahr.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 06.11.2020 berichtet.

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