SR-Chefredakteur Norbert Klein und JuSo-Vorsitzender Kevin Kühnert im Redaktionsgespräch (Foto: SR/Sebastian Knöbber)

Kühnert verteidigt Sozialismusaussagen

  03.05.2019 | 18:11 Uhr

Juso-Chef Kevin Kühnert hat in Saarbrücken seine umstrittenen Aussagen zur Vergesellschaftung großer Unternehmen verteidigt. Im SR-Gespräch sagte er, dass Sag- und Denkbares in der Politik über aktuelle Themen hinausgehen müsse. Gerade eine Jugendorganisation müsse die Türen für derartige Diskussionen aufstoßen dürfen.

Die zum Teil harsche Kritik auch aus den eigenen Reihen schreckt Kühnert nach eigener Aussage nicht. "Wer was raushaut, muss auch einstecken können", entgegnete Kühnert im Gespräch mit dem Saarländischen Rundfunk am Freitag. "Ich habe überhaupt keine Probleme damit, wenn auch scharfe Kritik zurückkommt." Allerdings sei ihm wichtig, dass man auf der sachlichen Ebene bleibe und nicht persönlich werde.

Video [aktueller bericht, 03.05.2019, Länge: 2:13 Min.]
Kevin Kühnert im SR-Redaktionsgespräch

Zu einseitig von BMW gesprochen

Kühnert bricht gerne mit Tabus. Für ihn ist das eine Art, die SPD voran zu bringen. Allerdings räumt er ein, mit seiner Forderung, das Unternehmen BMW zu kollektivieren, wohlmöglich überzogen zu haben. "Wahrscheinlich war es ein Fehler, in diesem Interview so viel über BMW zu sprechen. Das würde ich im Nachhinein nicht noch einmal so machen."

Aber wenn man gedanklich BMW durch andere Arbeitgeber ersetze, dann sei die gesellschaftliche Zustimmung doch sehr hoch. Als Beispiel nannte er Paketzusteller oder das Pflegewesen. "Warum müssen Paketzusteller ausgebeutet werden, wenn es doch bis vor zwei Jahrzehnten ein ordentliches Postwesen in Deutschland gab, was gut organsiert war? Das sind legitime Fragen, die es sich lohnt, zu diskutieren", so Kühnert.

Über dieses Thema hat auch die Sendung aktuell vom 03.05.2019 berichtet.

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