Ein Polizist hält eine Elektroschockwaffe in der Hand. (Foto: picture alliance/Andreas Arnold/dpa)

Kritik an Taser-Vorführung vor Kindern

Patrick Wiermer   21.05.2019 | 06:36 Uhr

Die saarländische Polizei wird dafür kritisiert, dass sie bei einem Familienfest Anfang des Monats Elektroschockwaffen auch vor Kindern vorgeführt hatte. Die sogenannten Taser wurden als Teil des Programms im Einsatztrainingszentrum in Göttelborn auch auf einen Menschen abgefeuert. Auf Aufnahmen sind im Publikum auch Kleinkinder zu sehen.

Kollegengespräch: "Es war eine durchaus echt wirkende Darstellung"
Audio [SR 3, Kollegengespräch: Renate Wanninger/Patrick Wiermer, 21.05.2019, Länge: 02:37 Min.]
Kollegengespräch: "Es war eine durchaus echt wirkende Darstellung"

Kritik kommt vom saarländischen Kinderschutzbund und der Linken. Derartige Darbietungen können auf Kinder verstörend wirken und ihr seelisches Wohl beeinträchtigen, sagt der Kinderschutzbund. Er mahnt die Polizei zu mehr Sensibilität bei Gewaltdarstellungen.

Die Linke fordert, vermeintlich tödliche Waffen nicht bei einem Fest vor Kindern vorzuführen. 2019 seien allein in Deutschland bereits zwei Menschen durch Polizei-Taser gestorben.

Nur Übungskartuschen

Das Innenministerium verteidigt hingegen die Vorführung. Es seien nur Übungskartuschen eingesetzt worden. Außerdem habe man zuvor dargestellt, dass der Taser auch präventiv und konfliktfrei genutzt werden könne. Und letztlich seien auch die Eltern in der Pflicht. Sie hätten sich der Darbietung jederzeit entziehen können.

weitere Informationen
Saar-Polizei testet Taser [26.04.2019]
Die Polizei im Saarland testet in den kommenden sechs Monaten Elektroschockgeräte. Die Taser sollen die Angriffe auf die Beamten reduzieren. Außerdem wurde neue Ausstattung vorgestellt.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten des SR vom 21.05.2019 berichtet.

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