Schüler tragen im Unterricht eine Mund-Nasen-Bedeckung. (Foto: picture alliance/Daniel Bockwoldt/dpa)

Kritik an Corona-Regelungen für Schulen

Mit Informationen von Stephan Deppen und Peter Ring   11.11.2020 | 21:18 Uhr

Vor dem Bildungsministerium in Saarbrücken und in St. Wendel haben am Mittwoch Menschen gegen das Tragen von Stoffmasken bei Schülern demonstriert. Sie halten die Vorgabe für gesundheitlich gefährlich. Unterdessen stößt die neue Quarantäne-Regelung für Schulen bei Bildungsverbänden auf scharfe Kritik.

Die Initiatoren der Demonstration hatten 50 Personen angemeldet, gekommen sind jedoch nur 15. In St. Wendel haben am Abend rund 250 Menschen gegen die aktuellen Corona-Beschränkungen demonstriert. Die Demonstranten sprachen unter anderem gesundheitlichen Gefahren für ihre Kinder durch die Mund-Nasen-Bedeckung.

Keine Änderung in Sicht

Demonstration gegen Maskenpflicht in Schulen
Audio [SR 3, (c) SR, 11.11.2020, Länge: 00:26 Min.]
Demonstration gegen Maskenpflicht in Schulen

Diese Gefahr besteht allerdings nach Angaben der Uniklinik Homburg nicht. Das sieht auch Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) so – und deshalb sieht sie auch keine Veranlassung, an der Regelung etwas zu ändern. Aber natürlich habe jeder das Recht zu demonstrieren.

Der Mund- Nasen-Schutz in Verbindung mit den übrigen Abstands- und Hygieneregeln soll dazu beitragen, den Präsenzunterricht trotz der Pandemie aufrechtzuerhalten. Dem dient auch die veränderte Quarantäne-Regelung, nach der im Infektionsfall in einer Klasse nicht notwendigerweise die komplette Klasse plus Lehrer in Quarantäne muss.

Verbände kritisieren Quarantäne-Regelung

Mund-Nasen-Schutz für Kinder unproblematisch
Audio [SR 1, Daniel Simarro, Prof. Arne Simon, 11.11.2020, Länge: 03:05 Min.]
Mund-Nasen-Schutz für Kinder unproblematisch

Das hatten alle Bildungsverbände am Mittwoch scharf kritisiert. Die Vorsitzende des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (SLLV), Sabine Brausch, sagte dem SR, der Gesundheitsschutz vor allem für Lehrer spiele keine Rolle mehr. Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) erklärte, man sei entsetzt, mit welchen Mitteln die Landesregierung versuche, den Präsenzunterricht auf Kosten des Gesundheitsschutzes am Laufen zu halten. 

Die Entscheidung über eine mögliche Quarantäne liegt aber weiterhin beim zuständigen Gesundheitsamt. Flächendeckende Schulschließungen sollen wegen negativer Folgen für viele Schüler unter allen verantwortbaren Umständen vermieden werden.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Rundschau vom 11.11.2020 berichtet.

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